Mössingen und die jes-Projekte – es geht weiter

Im November 2007 endete nach sechs Jahren die reguläre Projektlaufzeit der landesweiten Aktion „jes - Jugend engagiert sich“. Mössingen wird sich jedoch, vor dem Hintergrund der bisherigen Erfahrungen, weiterhin am "jes"-Konzept beteiligen, um so eine nachhaltige Verankerung von "jes" zu erreichen. Von der Landesstiftung erhält die Stadt dafür Zuschüsse.

Bei einem Pressegespräch im Rathaus erläuterte Bürgermeister Werner Fifka am Mittwoch, 13. Februar 2008, warum man die „bisherige Erfolgsgeschichte jes“ nicht nur fortsetzen, sondern in Eigenregie sogar noch ausbauen möchte: „Die Unterstützung von jes hat nichts mit Nicht-Wertschätzung konventioneller Formen des bürgerschaftlichen Engagements zu tun. Dies sieht man auch an den von der Stadt demnächst angebotenen Ehrenamtsabenden, zu denen sich 830 ehrenamtlich Tätige angemeldet haben. Jes bietet viel mehr die Chance, dass sich in unserem Gemeinwesen künftig noch mehr engagieren werden, als bisher. Auch die Vereine werden davon profitieren“.
Wer behaupte, angesichts der Würdigung der jes-Projekte werde das übrige bürgerschaftliche Engagement zu wenig beachtet verkenne, dass es vielfach erst über diese Projekte möglich sei, Jugendliche überhaupt für ein freiwilliges Engagement zu gewinnen. Außerdem seien dreiviertel der Jugendlichen daran interessiert, sich anschließend weiter zu engagieren, was dann oftmals in etablierten Formen, wie den Vereinen, geschehe.

„In Mössingen“, so Bürgermeister Fifka, „kann man nach fünf Jahren jes sehen, dass ein Gemeinwesen sich verändert hat. Mitgestaltung hat stattgefunden. Mössingen hat heute vieles, was es ohne jes-Engagement nicht gäbe: Verschiedene Freizeitangebote, große Bürgerkunstaktionen, ein Barfußpfad, Besuchsdienste in Pflegeheimen, Kindergärten und Behinderteneinrichtungen, Ferienfreizeiten, eine Rindenschrotbahn, ein Kräutergarten, Angebote in der Umweltbildung, ein Mädchencafé und vieles mehr. Das heißt Mitgestaltung an vielen Stellen“.
Jes-Projekte seien dabei vor allen für die Schulen, und hier nicht zuletzt die Haupt- und Förderschulen ein Gewinn, jedoch auch für alle Formen herkömmlichen bürgerschaftlichen Engagements.
Mit das Schönste sei jedoch, dass aus klar begrenztem zeitlichem Engagement in vielen Fällen wiederholtes, teilweise auch dauerhaftes Engagement geworden sei, hob Fifka hervor.

Wie funktioniert "jes"? Jugendliche im Alter zwischen 12 und 27 Jahren in Schule, Ausbildung oder Beruf engagieren sich mindestens 40 Stunden lang – ob in regelmäßigen Abständen oder im Block – für eine soziale, kulturelle oder ökologische Idee. Alle Jugendlichen aus "jes"-Projekten bekommen für ihr Engagement am Ende eine Urkunde, die vom Bürgermeister unterschrieben und überreicht wird – eine Sache mit großer Strahlkraft. Eine Umfrage unter den "jes"-Jugendlichen ergab, dass diese öffentliche Ehrung für die Teilnehmer auch eine öffentliche Anerkennung bedeutet. Sie werden ernst genommen und ihr Einsatz wird gewürdigt. Das mehrt das Selbstbewusstsein und macht stolz.

Überzeugt von der Richtigkeit des jes-Konzepts und ermuntert durch die vielen konkret feststellbaren Wirkungen dieser Projekte in der Kommune hat sich die Stadt Mössingen im Spätjahr 2007 mit einem eigenen Konzept um die weitere Förderung von Jugendengagement bei der Landesstiftung Baden-Württemberg beworben. Diese Antragstellung war erfolgreich: Mössingen erhält ausgehend von einem Projektvolumen von insgesamt 6.000 € für das Jahr 2008 eine 50 %-Förderung. Die andere Hälfte steuert die Stadt über ihren Haushalt bei.

Dass Mössingen ein besonders fruchtbarer Boden für das Bürgerengagement und insbesondere für das Jugendengagement ist, belegt z. B. der Umstand, dass in ganz Baden-Württemberg nur 24 Städte und Gemeinden einen solchen Zuschlag erhalten haben.

Verantwortlich für die jes-Projekte in Mössingen, deren Koordination, Konzeptentwicklung und Umsetzung in der Stadt sind ab 2008 der Leiter der Jugendpflege, Thomas Häußler (E-Mail: leitung@jugendpflegemoessingen.de) und Rita Pehlke-Seidel (pehlke-seidel@t-online.de) , Vorsitzende des Vereins Mitverantwortung und Teilnahme e. V. (MuT).

Gemeinsam mit Vereinen, Kirchen, Schulen, allen Institutionen, dem Agendarat und engagierten Bürgern möchten sie Schüler, Jugendliche und junge Erwachsene für weitere jes-Projekte gewinnen. Gerechnet wird mit ca. 25-30, getragen von mindestens 150 engagierten jungen Menschen.