Agenda-Fördermittel 2007/2008 vom Gemeinderat vergeben

Wie schon in den Vorjahren bewährte Praxis, war es auch im Herbst vergangenen Jahres möglich, für Agendaprojekte bzw. Initiativen oder Aktionen mit denen bisher städtische Angebote auf ehrenamtliche Basis umgestellt werden sollen, eine finanzielle Förderung durch die Stadt zu beantragen.
Die Förderkriterien wurden mehrfach in den Medien veröffentlicht. Bis zum Ende der Antragsfrist am 14. Oktober 2007 gingen insgesamt acht Projektanträge ein.
Vom Agendarat sind die Anträge am 27. November ausgiebig vorberaten worden. Bei der Beurteilung wurde insbesondere geprüft, ob die Förderkriterien eingehalten sind sowie die Nachhaltigkeit und die Übereinstimmung mit dem Stadtentwicklungsplan gegeben ist.

Entsprechend den ausgesprochenen Förderempfehlungen wurde vom Gemeinderat am Montag, 11. Februar 2008 einstimmig folgende Förderung im Umfang von insgesamt 28.521 Euro beschlossen:

-> Agendaförderung 2008

Der Verein zur Förderung der Erforschung des Lebenswerkes und der Lebensgeschichte der Gebrüder Löwenstein e.V. (1) möchte in Mössingen eine öffentliche Veranstaltungsreihe ins Leben rufen, die zum Ziel hat, das Lebenswerk der Gebrüder Löwenstein als Besitzer der PAUSA und ihre enge Verbundenheit mit dem Kreis des Bauhauses Weimar/Dessau für die Allgemeinheit zugänglich machen. Die Reihe soll zugleich die Bedeutung des Bauhauses für die PAUSA und die Bedeutung der PAUSA für das Bauhaus hervorheben.
Geplant sind vier bis sechs Veranstaltungen mit Experten aus den Bauhausstandorten und von Künstlerstiftungen. Zur Abdeckung der Reise- und Übernachtungskosten der Referenten wurde die jetzt gewährte Förderung von bis zu 2.000 Euro beantragt.

Das Sportprofil des Quenstedt-Gymnasium (2) hatte in Person des Sportkoordinators Dr. Wolfgang Sigloch beantragt, aus Agendamitteln die Material-Kosten für die nachzufüllenden Holzhackschnitzel der Rindenschrotbahn im Schulzentrum zu übernehmen. Die eigentlichen Pflegearbeiten waren vom Sportprofil des Quenstedt-Gymnasiums bei der Herstellung der Rindenschrotbahn kostenneutral zugesagt.
Der Agendarat kam zur Auffassung, dass das Nachfüllen des verbrauchten Materials kein einmaliges Projekt darstellt, sondern eine ständig wieder kehrende Maßnahme. Es ist auch ein typisches, auf Nachhaltigkeit ausgerichtetes Agendaprojekt. Der Agendarat empfahl daher, keine Förderung über Agendamittel vorzunehmen, sondern die Finanzierung durch den städtischen Haushalt. Dem ist der Gemeinderat gefolgt.

Die Mössinger Bürgerkünstler (3) möchten auf einem bereits vorhandenen Spazierweg, im Jahr 2008 ein erstes Teilstück eines Wander-Skulpturen-Weges realisieren. Nach und nach soll so ein Skulpturenpfad rund um Mössingen entstehen.
Die Realisierung ist in Zusammenarbeit mit Schulklassen, Kindergärten und Bürgern/Gruppen aller Generationen geplant. Die Bästenhardt-Schule hat das Vorhaben bereits in ihr Ganztages-Schul-Programm aufgenommen.
Die beantragte Förderung umfasst u.a. die Kosten für Material, Werkzeuge, Verpflegung bei Arbeitseinsätzen und einen Prospekt.
Der Agendarat kam zum Ergebnis, dass sich das Projekt im zunächst vorgesehenen Bereich zwischen dem Mössinger Schützenhaus und Wanderparkplatz „Linden“ voraussichtlich nicht realisieren lässt, da dieser Bereich im FFH-Schutzgebiet liegt, das keinerlei bauliche Veränderungen zulässt. Das Projekt soll nach Auskunft der Antragsteller aber dann anderer Stelle verwirklicht werden. Einer Förderung stand so nichts im Wege.

Der Freundeskreis der Blumenstadt (4) möchte eine Broschüre erstellen, um zu ermutigen, interessante Naturräume, innerstädtische Grünflächen oder andere charakteristische Orte der Blumenstadt entlang beschriebener Wegstrecken auf eigene Faust zu erkunden.
Die Veröffentlichung, die u.a. auch Hinweise auf regelmäßige Veranstaltungen wie z.B. den Rosenmarkt enthalten könnte, soll außerdem dazu beitragen, dass Mössinger Bürger vorhandene Qualität in ihrer Stadt und der umgebenden Landschaft neu erkennen und erleben. Darüber hinaus soll eine zugehörige Karte Besuchern und Neubürgern auf anschauliche Art Besonderheiten der Blumenstadt vorstellen und so einen Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung der Stadt leisten.
Neben vorhandenen Routen, die teilweise vor Ort ausgeschildert sind (z.B. dem historische Stadtrundgang) sollen neue thematische Pfade festgelegt und dargestellt werden. Angedacht sind z.B. ein Blumenwiesenweg, Wege und Pfade zu ökologisch und kulturlandschaftlichen Besonderheiten wie dem Bergrutsch oder den Kirschfeldern, sowie Rundwege für Familien, Rollstuhlfahrer oder Freizeitsportler.
Mit der beantragten Förderung sollen insbesondere die Kosten für Recherchen, grafische Aufbereitung und den Druck abgedeckt werden.
Der Agendarat kam zum Schluss, dass es sich um ein Projekt im Sinne der Lokalen Agenda handelt, das allerdings eventuell Überschneidungen mit anderen Projekten aufweist. Auch die dargestellten Kosten lassen sich im Detail vielleicht noch reduzieren. Der Gemeinderat hat vor diesem Hintergrund einer Förderung zugestimmt.

Die Projektgruppe „Leben und Arbeiten in Mössingen“ (5) hat Ende vergangenen Jahres die Schilder des zweiten Teils des historischen Stadtrundgang fertig gestellt und aufstellen lassen. Der Rundgang umfasst damit nun 14 Stationen, wobei das Projekt grundsätzlich offen und um weitere kulturhistorisch interessante Gebäuden und Plätzen erweiterbar ist. Der Stadtrundgang soll demnächst auch noch durch ein vom Projektteam erstelltes Faltblatt begleitet werden. Eine zusätzliche virtuelle Fassung im Internet gibt es bereits.
Weitere Agendafördermittel wurden beantragt, um den Verlauf des Rundgangs mittels Streckenmarkierungen, sprich Messingmarken im Abstand von je 2 Meter, noch greifbarer zu machen. Für die notwendigen 2.300 Markierungen sind dabei Kosten von 6.921 Euro ermittelt worden.
Der Agendarat kam bei seiner Prüfung zum Ergebnis, dass sich die Zahl der Messingnägel, und damit der finanzielle Aufwand, durch etwas weitere Abstände vielleicht noch reduzieren lässt.
Ansonsten wurde jedoch empfohlen, der Förderung in der beantragten Höhe von bis zu 6.921 Euro stattzugeben. Dem hat sich der Gemeinderat angeschlossen.

Der Arbeitskreis „Tafelladen“ (6) hatte in Person des Geschäftsführers der
Diakonie / Sozialstation Mössingen-Bodelshausen-Ofterdingen beantragt, die Herstellungskosten eines sogenannten „Tafelladens“ mit bis zu 10.000 € zu bezuschussen.
In den umliegenden Städten Reutlingen, Tübingen, Rottenburg, Hechingen und Albstadt entstanden in den zurückliegenden Jahren bereits Tafelläden, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, dazu beizutragen, dass Menschen, die am Rande der oder gänzlich in Armut ihr Leben führen müssen, in ihren Städten und deren Umgebung Hilfe dadurch erfahren, dass sie sehr günstig Lebensmittel für den eigenen Verbrauch erwerben können.
Mit einem Tafelladen im Steinlachtal soll baldmöglichst auch hier die Lücke zwischen den bestehenden Tafelläden geschlossen werden.
Der Agendarat kam zum Ergebnis, dass dieses Projekt derzeit noch nicht beschlussreif ist und im Übrigen auch keine Agendamaßnahme im engeren Sinne darstellt. Es handelt sich um kein einmaliges Projekt, sondern um eine auf dauerhafte Bezuschussung angelegte Maßnahme. Eine städtische Unterstützung sollte daher eher durch eine Raum- o.ä. Sachmittel-Überlassung stattfinden.
Der Gemeinderat war ebenfalls der Auffassung, dass eine jetzige Entscheidung verfrüht wäre.

Der Verein Bürger für Bästenhardt (7) hatte beantragt, zur Weiterfinanzierung der Aktivitäten im Haus Regenbogen die Kosten von Ausstattungsgegenständen zu übernehmen, mit denen sich Veranstaltungen wie Vorträge, Kurse, Stadtteilarbeit, etc. leichter durchführen lassen.
Gedacht ist dabei an einen Aktenschrank, Laptop, Beamer, Tageslichtprojektor, sowie eine Leinwand und eine Kabeltrommel. Insgesamt wurden die Kosten mit rd. 3.600,-€ veranschlagt.
Der Agendarat ist der Meinung, dass keine Einzelförderung eines Vereins oder einer Gruppe mit Ausstattungsgegenständen erfolgen sollte. Analog der bereits erfolgten Bezuschussung eines Beamer für das Netzwerk Streuobst wurde daher empfohlen, einen Pool zu bilden.
Der Vorschlag lautete, die Förderung in der beantragten Höhe von bis zu 3.600 Euro vorzunehmen, wobei Beamer, Laptop und Tageslichtprojektor auch anderen Gruppierungen / Vereinen aus Bästenhardt und Belsen zur Verfügung zu stellen wären.
Dieser Empfehlung schloß sich der Gemeinderat an.

Das Netzwerk Streuobst Mössingen (8) möchte auf einem vorhandenen Weg an der Nordseite des Farrenbergs der vom Schützenhaus bis zu den „Linden“, durch Streuobstwiesen mit Panoramablick verläuft, auf überwiegend städtischen Grundstücken fünf Ruhebänke aufstellen und mit Informationstafeln ergänzen
Das Projekt ist als Beginn eines ausgeschilderten Rundweges rund um Mössingen gedacht. Eine Kombination mit dem Projekt der Bürgerkünstler Mössingen ist denkbar.
Die Kosten werden mit ca. 5500.- € veranschlagt.
Der Agendarat empfahl, das Projekt in der beantragten Höhe von bis zu 5.500 Euro zu fördern, wobei eine Abstimmung mit den anderen zur Förderung beantragten Weg-Projekten (Nrn. 3 und 4) zu erfolgen hat. Dem stimmte der Gemeinderat zu.