In 100 Jahren viel erlebt – Gertrud Kratsch feierte im Haus „Rosengarten“ Geburtstag

Obwohl die hochbetagten Jubilare mehr werden, ist das hunderste Wiegenfest doch immer noch etwas ganz besonderes. Bürgermeister Werner Fifka gratulierte Gertrud Kratsch am 10. April 2008 daher gerne und sehr herzlich zum 100-jährigen Geburtstag. Neben den besten Wünschen der Stadt überbrachte er der Jubilarin auch einen bunten Blumenstrauß, einen Einkaufsgutschein des örtlichen HGV sowie die Jubiläumsurkunde des Ministerpräsidenten.

Bernd-Dieter Esslinger übermittelte die Glückwünsche des Fördervereins Bad Sebastiansweiler. Auch der Heimbeirat gratulierte herzlich. Klinik-Geschäftsführer Volker Gurski wünschte im Namen des ganzen Teams alles Gute und ließ noch einmal das bewegte Leben der Jubilarin Revue passieren.
Geboren wurde Gertrud Kratsch in Odessa am Schwarzen Meer, der heutigen Ukraine, wo sie als Tochter eines Architekten eine behütete Kindkeit verbrachte. 1932 heiratete sie Ottmar Kratsch, einen engagierten Rechtsanwalt, der bald als Soldat in den 2. Weltkrieg ziehen musste, in russische Kriegsgefangenschaft geriet und erst 1956 zurückkehrte. Die Familie musste im Kriegsverlauf ihre Heimat Bessarabien verlassen und wurde nach Westpreußen umgesiedelt. Als sie auch dort vertrieben wurde, flüchtete sie nach Stuttgart-Korntal, wo Gertrud Kratsch viele Jahre lang lebte. Vor zwei Jahren zog die Seniorin dann ins Haus „Rosengarten“ der Klinik Bad Sebastiansweiler, um in der Nähe ihrer Tochter Annemarie zu sein, die mit der Familie in Belsen lebt. Ihr Lebensmotto war und ist „Disziplin und sich nicht hängen lassen“.
Die Jubilarin freute sich über die vielen ihr geschenkten Blumen, die zahlreichen guten Wünsche und vielen Gäste.

Musikalisch umrahmt wurde die kleine Feier von der Bläserklasse der Friedrich-List-Realschule. Die Schülerinnen und Schüler spielten für Gertrud Kratsch gekonnt die bekannten Lieder „Viel Glück und viel Segen“, Großer Gott wir loben Dich“ und „Im schönsten Wiesengunde““.