Ministerpräsident Günther Oettinger war zu Gast in der Stadt

Anlässlich der Kreisbereisung auch in Mössingen

Auf seiner zweiten Kreisbereisung als Ministerpräsident besuchte Günther Oettinger am Mittwoch, 7. Mai 2008 auch die Stadt Mössingen. Nach Gomaringen und vor Hirrlingen war Mössingen die mittlere von drei Stationen des Landkreises Tübingen, bevor es zum kommunalpolitischen Gespräch mit Kreisräten sowie dem Jahresempfang des Kreises nach Tübingen ging.

Günther Oettinger wollte sich vor Ort und aus erster Hand „über aktuelle Entwicklungen und beispielhafte Potenziale informieren“, ließ das Staatsministerium im Vorfeld verlauten. Ab 15 Uhr war er deshalb für 45 Minuten zu Gast bei der Körperbehindertenförderung Neckar-Alb (KBF), wo er nicht nur von deren Vorstandsvorsitzenden Prof. Dr. Hermann Wenzel herzlich willkommen geheißen wurde („wir verstehen dies als Anerkennung und Wertschätzung“), sondern auch von Bürgermeister Werner Fifka.
Begrüßung des Ministerpräsidenten durch den Bürgermeister
Der Bürgermeister informierte, dass die Stadtverwaltung bereits mehrfach für die beispielgebende Beschäftigung von Schwerbehinderten ausgezeichnet wurde, aber auch sonst mit vielen Superlativen für sich werben kann. So habe Mössingen in früheren Zeiten die meisten Auswandererer im Land gehabt, nachweislich die meisten Missionare in die Welt hinausgeschickt und sei größtes Obstanbaudorf im damaligen Kreis Rottenburg gewesen, mit über 300 Schnapsbrennereien am Ort – bei nur rund 400 Häusern insgesamt. „Mössingen war aber auch die einzige Gemeinde, in der es 1933 einen Generalstreik gegen Adolf Hitler gab“, machte Fifka deutlich, und es habe den größten Bergrutsch der Schwäbischen Alb in den letzten 100 Jahren vorzuweisen.

„Ja und dieser Tage, sehr geehrter Herr Ministerpräsident, erleben wir in Mössingen eine gewaltige Dynamik in der Stadtentwicklung und wir können zu Recht erneut von Superlativen reden. Beispielhaft für diese Entwicklung steht die denkmalgerechte Neubelegung der Gebäude der früheren Textilfabrik PAUSA im Bereich unserer Innenstadt. Mössingen schultert hier derzeit das größte Investitionspaket aller Zeiten mit einer Investitionssumme von 50 Millionen Euro. Das geht nur dank bester Unterstützung durch das Land Baden-Württemberg. Für die bislang hervorragende Unterstützung sage ich Ihnen heute, sehr geehrter Herr Ministerpräsident, herzlichen Dank.“

Beim Thema Mössinger Superlative dürfe aber natürlich auch nicht der Hinweis fehlen, dass man demnächst wohl die jüngste Große Kreisstadt in Baden-Württemberg sein werde. Als kleines Mössinger Präsent hatte Bürgermeister Fifka somit nicht nur Mössinger Kaffee für den Ministerpräsidenten, sondern auch den gerade fertig gestellten umfangreichen Antrag auf Erhebung zur Großen Kreisstadt, mit der Bitte, diesen in einer günstigen Stunde wohlwollend prüfen zu lassen.
„Die Erhebung zur Großen Kreisstadt ist eine Kabinettsentscheidung. Wir würden uns freuen, womöglich noch vor den Sommerferien eine positive Entscheidung zu bekommen“, äußerte Fifka, um dann knitz anzufügen:
Geschenk an den Ministerpräsidenten
„Vielleicht heilt die Erhebung zur Großen Kreisstadt durch einen Ministerpräsidenten namens Oettinger auch alte Mössinger Wunden vollends. Denn bis ins frühe 14. Jahrhundert gehörte Mössingen den Grafen von Zollern und auf der Mössinger Burg saßen deren Dienstleute. 1415 aber verkaufte Graf Friedrich von Zollern (genannt der „Oettinger“) Mössingen an Graf Eberhard von Württemberg.

 -> Zur Erhebung Mössingens in den Stand einer Großen Kreistadt wieder da