Bad Sebastiansweiler:                                       

Die Nutzung des heilkräftigen Schwefelwassers hat in Bad Sebastiansweiler seit Jahrhunderten Tradition. Doch seit nunmehr 75 Jahren ist die Klinik auch staatlich anerkanntes Heilbad. Ein Ereignis, das am Samstag 20. September 2008 nicht nur ausgiebig gefeiert, sondern getreu der Prämisse „Stillstand ist Rückschritt“ auch gleich mit der Grundsteinlegung für ein modernisiertes und erweitertes Schwefelbad verbunden wurde.
Die therapeutische Infrastruktur soll damit attraktiv und zukunftsfähig gehalten werden, wie Geschäftsführer Volker Gurski betonte. Mit ihm feierten zahlreiche Gäste aus Politik und Verbänden, Gesundheitswesen und Förderverein sowie aus den Reihen der Patienten und Bewohner, Mitarbeiter und Gesellschafter.

Bürgermeister Werner Fifka konnte sowohl als Aufsichtsrat der Klinik, wie auch als Stadtoberhaupt und ganz persönlich gratulieren. In seinem Grußwort stellte er zwei ihm wichtige Aspekte besonders heraus.
„Wir bewegen uns in Bad Sebastiansweiler auf einem der schwierigsten Felder der Gesundheitswirtschaft. Der Wettbewerbsdruck ist immens hoch. Dass sich Bad Sebastiansweiler über Wasser hält und langsam Schritt für Schritt die gesteckten Ziele erarbeitet, hat für mich seinen Anfang im November 1997, als die Ev. Heimstiftung auf Bitte der Basler Mission Hauptgesellschafterin wurde“, machte Fifka deutlich.

Die Ev. Heimstiftung habe anschließend die maßgeblichen Impulse für Bad Sebastiansweiler gesetzt. So sei bereits 2004 mit der Investition in den Pflegeheimanbau ein großer Schritt unternommen worden. Passend zum Jubiläumsjahr würden nun die nächsten Entwicklungsschritte angegangen. Erneut werde kräftig investiert in die therapeutische Infrastruktur und in die Revitalisierung des Schwefelbades, um auf diese Weise die ambulanten Therapieangebote attraktiver zu machen und Gästen wie Patienten verbesserte Leistungen bieten zu können.
„Diese enormen Anstrengungen für Bad Sebastiansweiler und die großen Investitionsschritte sind wahrlich nicht selbstverständlich. Für mich liegt heute die Vermutung nahe, dass es ohne die Ev. Heimstiftung den Wirtschaftsbetrieb in Bad Sebastiansweiler in wesentlichen Teilen nicht mehr geben würde. Zumindest gäbe es nicht diesen kräftigen Konsolidierungskurs“, sprach der Bürgermeister seinen Dank aus. Zugleich dankte Werner Fifka der motivierten Mitarbeiterschaft, dem guten Führungsteam sowie den verlässlichen Partnern in Politik und Gesellschaft.

Doch noch einen weiteren Aspekt sprach Bürgermeister Fifka an:
„Vor 10 Jahren war die Klinik in Bad Sebastiansweiler in Mössingen ein wichtiger Betrieb, aber eben ein Betrieb unter vielen anderen. Die Kontakte der Klinik zum Gemeinwesen und zur Stadt waren mehr als dürftig. Das hat sich in den letzten Jahren heftig gewandelt. Es erfolgte eine deutliche Öffnung hinein in unser Gemeinwesen mit deutlich verstärkten Kontakten und verstärkter Zusammenarbeit mit der Stadt. Die Verflechtungen sind inzwischen äußerst vielfältig. Das ist auf Seiten der Kurklinik insbesondere das Verdienst des Geschäftsführers, von Herrn Gurski“, betonte der Bürgermeister.
Für die Mössinger Kommunalpolitik sei der Betrieb in Bad Sebastiansweiler und die Zukunftsperspektive für das Gesundheitszentrum so mittlerweile zu einer Herzensangelegenheit geworden, verriet Fifka. Sehr dankbar sei er aber auch für die vielfältigen Kooperationen der Klinik mit den Mössinger Vereinen, insbesondere den „Bürgern für Bästenhardt“, dem „TV Belsen“ und in neuester Zeit dem „Förderverein Bad Sebastiansweiler“.
Nachdem die Förderrichtlinien der Stadt bei Jubiläen örtlicher Wirtschaftsbetriebe keine Geschenke vorsehen, übergab Bürgermeister Fifka stellvertretend eine Geldspende an den Förderverein Bad Sebastiansweiler, welche dessen Vorsitzender Bernd-Dieter Esslinger gerne und dankend entgegennahm.

Landrat Joachim Walter bestätigte in seinem Grußwort, dass man im Kreis sehr froh ist, mit der Klinik Bad Sebastiansweiler ein so breit gefächertes und gutes Gesundheitsangebot zu haben. Zugleich stelle die Einrichtung einen wichtigen Wirtschaftsfaktor dar. Insofern wünschte er zum Jubiläum „dass das Haus weiterhin mit viel Leben erfüllt und dem Gesundheitszentrum wie auch den Mitarbeitern eine gute Zukunft beschert sein wird“.
Grundsteinlegung für das neue Schwefelbad Sebastiansweiler
Im Anschluss an den Festakt stand schließlich noch die Grundsteinlegung für das „neue Schwefelbad“ auf dem Programm, das im Sommer 2009 in Betrieb gehen soll. Die drei Landtagsabgeordneten Monika Bormann (CDU, 4.v.r.), Rita Haller-Haid (SPD, rechts im Bild) und Ilka Neuenhaus (GRÜNE, 3.v.r.) setzten gemeinsam den Grundstein für den mit rund 2 Millionen Euro veranschlagten Bau. Assistiert wurde ihnen dabei von Architekt Siegfried Aisenbrey (links im Bild) und Geschäftsführer Volker Gurski (2.v.r.).
Die Erweiterung des Bäder- und Therapiebereichs westlich des Hauptgebäudes soll u.a. Platz bieten für Bio- und Blockhaussauna, einen Ruheraum mit Schwefelbädern und auch ein Dampfbad.