Preisgericht prämierte die Entwürfe für einen Schulhausneubau im Mössinger Schulzentrum

Wettbewerbsarbeiten noch bis Samstag ausgestellt


Seit Samstag, 13. Dezember 2008 sind die eingereichten 28 Arbeiten für ein neues integriertes Schulgebäude im Mössinger Schulzentrum im Lehr- und Übungssaal des Feuerwehrhauses ausgestellt. Eröffnet wurde die Ausstellung durch Bürgermeister Werner Fifka und Professor Winfried Engels.

Bürgermeister Werner Fifka teilte mit, dass vier Entwürfe für den geplanten Neubau zwischen Gottlieb-Rühle-Schule und Friedrich-List-Realschule von der Jury mit Preisen ausgezeichnet wurden. Vier weitere werden wegen guter Ideen angekauft.
Im Neubau soll die Flattichschule eine neue Heimat finden, eine Ganztagesschule mit Mensa untergebracht werden sowie eine Kinderhortgruppe ihr neues Domizil haben.
Das Preisgericht war sich einig, so Bürgermeister Fifka, dem Gemeinderat den 1. Preisträger-Entwurf zugleich zur Realisierung vorzuschlagen. Hierbei handelt es sich um die Planung der Architekten Harter – Kanzler aus Freiburg. Beteiligter Landschaftsarchitekt war Volker Haarbauer aus Waldkirch.

Bevor Professor Engels die preisgekrönten Arbeiten im Einzelnen vorstellte, ließ Bürgermeister Fifka lnoch einmal das Wettbewerbsverfahren Revue passieren: Der Gemeinderat hatte nach einem Grundsatzbeschluss am 15.10.2007 aufgrund der Rechtslage am 14.07.2008 einen europaweiten Architektenwettbewerb beschlossen. Trotzdem gab es nur zwei nicht-deutsche Bewerbungen, aus Wien und Dornbirn. 134 Büros bewarben sich zunächst um Teilnahme am Wettbewerb. Daraus wurden letztlich 30 ausgewählt und zur Teilnahme eingeladen. Bürgermeister Fifka bekannte, ob des Wettbewerbs zunächst skeptisch gewesen zu sein. Inzwischen sei er von den Ergebnissen aber begeistert und könne die Qualität der Wettbewerbsbeiträge nur loben. Besonders der 1. Preisträger stelle für den Gemeinderat ein fast perfektes Ergebnis dar. Der Entwurf stamme nicht nur von einem sehr renommierten Büro mit viel Erfahrung im Schulhausbau sondern zeichne sich außerdem durch eine hohe Wirtschaftlichkeit aus.

In Vertretung des in Mailand weilenden Preisgerichtsvorsitzenden erläuterte Professor Winfried Engels die vier Preisträger-Entwürfe im Detail. Auch er sprach von einem sehr überzeugenden Wettbewerbsergebnis. Dem Denkmalamt sei es dabei wichtig gewesen, dass der Charakter des Schulzentrums mit seinen „Solitärschulen im Grünraum“ erhalten bleibe. Für den Neubau habe es trotzdem sehr unterschiedliche Lösungsvorschläge gegeben, mit einem Raumvolumen von 11.000 – 17.000 Kubikmeter.

Der Siegerentwurf kommt auf rd. 12.300 Kubikmeter umbauten Raum. Er gruppiert sich kompakt und mit klaren Formen um einen bestehenden größeren Baum. Das Foyer des zweigeschossigen Gebäudes ließe sich gut für Veranstaltungen nutzen. In der Beurteilung des Preisgerichts heißt es außerdem:
„Ein weiterer Solitär fügt sich selbstverständlich in zurückhaltender Höhenentwicklung ein in die großzügige Parklandschaft. Spielerisch und doch eigenständig wird das Gebäude entwickelt und in die Topografie eingebettet Geschickt wird die leichte Hanglage genutzt zur Erschließung von zwei Ebenen. Die Freianlagen werden jeweils den Gebäuden und ihren Inhalten zugeordnet, es entsteht der umschlossene, geschützte Schulhof der Flattichschule mit dem erhaltenen großen Laubbaum. Der Hort öffnet sich zum ebenerdigen, vorgelagerten Freibereich auf der Ostseite und die bestehenden Pausenhöfe ordnen sich den Schulen direkt zu.
Der gut belichtete Speise- und Aufenthaltsbereich orientiert und öffnet sich dreiseitig nach außen und lässt sich im Inneren gut zonieren. Der angedeutete zweite Eingang von Westen könnte hier weiter ausgebaut werden (…).
Besonders positiv vermerkt wird die hohe gestalterische Qualität und die ruhige Ordnung der Fassaden. Der einfache und unkomplizierte Aufbau lässt eine wirtschaftliche Konstruktion erwarten. (…) Der Entwurf zeichnet sich durch seine gute Zuordnung zu den bestehenden Gebäuden aus (…). Alle gestellten Anforderungen und Funktionsanforderungen werden erfüllt.“
Der Siegerentwurf

Info: Die Ausstellung mit allen Entwürfen ist bis Samstag, 23. Dezember 2008 zu sehen. Nähere Informationen finden Sie im entsprechenden Hinweis.