Der Generalstreik von 1933
Als am 30. Januar 1933 bekannt wurde, dass Reichspräsident Paul von Hindenburg den Vorsitzenden der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei (NSDAP), Adolf Hitler, zum Reichskanzler ernannt hatte, regte sich dagegen reichsweit kein nennenswerter Widerstand. Fast reichsweit. Denn im kleinen Arbeiterdörfchen Mössingen entschlossen sich sehr wohl einige hundert Menschen auf Initiative der Kommunistischen Partei am folgenden Tag, dem 31. Januar 1933 mit einem Demonstrationszug durch Mössingen zum Generalstreik gegen Hitler und seine Faschisten aufzurufen.
Nachfolgend fasst Dr. Hermann Berner, Museumsleiter der Stadt Mössingen, die damaligen Ereignisse und Lebensbilder der Streikführer zusammen:
Nachfolgend fasst Dr. Hermann Berner, Museumsleiter der Stadt Mössingen, die damaligen Ereignisse und Lebensbilder der Streikführer zusammen:
Einziger Generalstreik gegen die Machtergreifung Hitlers
- 31. Januar 1933, 12.30 Uhr - Start des Demonstrationszuges an der Turnhalle
- 31. Januar 1933 13.30 Uhr - die Pausa wird bestreikt
- 31. Januar 1933 14 Uhr - der Tumult im Nähsaal
- 31. Januar 1933 16.30 Uhr - der Polizeieinsatz in der Bahnhofstraße
- Die nächsten Tage, Wochen und Monate - Festnahmen, Verurteilungen und Gefängnisstrafen
- Jakob Stotz - der Streikführer
- Jakob Textor - der Transparentmaler
- Hermann, Paul und Eugen Ayen - fast eine ganze Familie sitzt im Gefängnis
- Zweimal Martin Maier - Parteivorsitzender und Konsumkassier
Literatur zum Thema:
Hans-Joachim Althaus u. a.: "Da ist nirgends nichts gewesen außer hier", Berlin 1982
Dagmar Weinberg / Hermann Berner: Mössinger Geschichte(n), Tübingen 1999
Dagmar Weinberg / Hermann Berner: Noch mehr Mössinger Geschichte(n), Tübingen 2004