Trennlinie
Plakat 40 Jahre Stadt

Ausstellung des Stadtarchivs
"40 Jahre Stadt -
Mössingen 1974 bis 2014" im Foyer des Mössinger Rathauses:

Mo-Fr  7.30-12 Uhr
Mo, Di 14-16 Uhr
Mi, Do 14-18 Uhr

Blick ins Archiv

Vernissage der Archivausstellung
"40 Jahre Stadt - Mössingen 1974 bis 2014"


Ungefähr 50 Personen folgten der Einladung zur Vernissage, die Oberbürgermeister Bulander mit einen Grußwort eröffnete: „40 Jahre Stadt – ein halbrundes Jubiläum, in jedem Fall ein guter Anlass zurückzublicken … Mit 40 wird der Schwabe bekanntlich g’scheid – Mössingen ist also ins Schwabenalter gekommen. Dass das mit der Weisheit bei den Schwaben etwas später als bei anderen einsetzt, soll nicht heißen, dass Mössingen ein Spätzünder ist!“ Bei ihrer Einführung in die Ausstellung gestand Stadtarchivarin Dr. Franziska Blum augenzwinkernd, dass sie bei der Konzeption „ein wenig mogeln“ musste: „Für eine umfangreiche Archivausstellung müsste der Zeitpunkt der Stadterhebung nämlich etwas länger zurückliegen. 40 Jahre ist aus Archivsicht eigentlich keine Zeit. Es dauert allein schon 30 Jahre bis aus Akten Archivgut wird. Also viel Spielraum wäre hier nicht. Deshalb setzt die Ausstellung nicht erst 1974 ein, sondern zeigt auch die Vorgeschichte auf.“

                   Vernissage


Auch die Stadterhebung 1974 fiel nicht zufällig in das Jubiläumsjahr der 1.200jährigen Ersterwähnung Mössingens im Jahre 774. Die Ausstellung zeigt demnach auch die Replik der auf 774 datierten Urkundenabschrift aus dem Lorscher Codex des 12. Jahrhunderts. Weitere Archivalien zeigen Mössingens zentralörtliche Bedeutung durch die Jahrhunderte: ein Band der Inventuren und Teilungen aus dem Jahr 1762, in dem neben dem Schultheißen auch ein Mössinger Amtmann unterschrieb sowie Geburten- und Leichenschau-Register des 19. Jahrhunderts. Mössingen war damals im Oberamt Rottenburg die zweitgrößte Gemeinde.
Nach dem Zweiten Weltkrieg wuchs die Gemeinde überdurchschnittlich stark an, legte den Grundstein für ein Schulzentrum und wollte im Zuge der großen Gemeindereform der 1970er-Jahre zum dritten großen Zentrum im Kreis werden. „So abwegig war diese Idee nicht“, erläuterte Blum, „denn einige Gemeinde wünschten sich damals eine Zugehörigkeit zu Mössingen. Für andere dagegen war der Anschluss völlig ausgeschlossen: Der nächste Nachbar Ofterdingen betonte mehrfach nachdrücklich, eigenständig bleiben zu wollen. 1971 kam es dann zu den ersten Eingemeindungen von Talheim und Öschingen. Beides waren keine Liebesheiraten, denn in beiden Gemeinden stimmten die Bürger eigentlich dagegen. Die Gemeinderäte entschieden jedoch anders.“ Andere Gemeinden wie Beuren, Melchingen, Nehren und Dusslingen zeigten sich im Vergleich wesentlich offener, doch die Planungen von oben ließen in Mössingen keine weiteren Eingemeindungen mehr zu. Nur noch die Bildung einer Verwaltungsgemeinschaft mit Ofterdingen und Bodelshausen wurde Wirklichkeit. Und zusammen mit der 1.200-Jahr-Feier 1974 wurde das damals knapp 13.600 Einwohner zählende Mössingen als „größtes Dorf im Lande“ zur Stadt ernannt. Die Ausstellung zeigt neben der Stadterhebungsurkunde eine reiche Sammlung an Text- und Bilddokumenten vor allem aus dem Jubiläumsjahr 1974.