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Plakat 40 Jahre Stadt
Ausstellung 40 Jahre im Foyer
Ausstellung des Stadtarchivs
"40 Jahre Stadt -
Mössingen 1974 bis 2014"
vom 15. Mai bis 2. Oktober 2014 im Foyer des Mössinger Rathauses:

Mo-Fr  7.30-12 Uhr
Mo, Di 14-16 Uhr
Mi, Do 14-18 Uhr

Blick ins Archiv

„40 Jahre Stadt - Mössingen 1974 bis 2014“
Ein Rundgang durch die Ausstellung – Teil 2


Mit der großen Gemeindereform der 1970er-Jahre wurde die Landkarte der Gemeinden, Städte und Regionen neu geordnet. Auch im Steinlachtal kam es zu regen Diskussionen um mögliche Zusammenschlüsse und Zugehörigkeiten. Mössingen wollte als Groß-Steinlach Zentralort des Steinlachtals werden.
Eingemeindung von Talheim und Öschingen. 1971 wurden die Orte Talheim und Öschingen eingemeindet. Obwohl in beiden Orten die Bürger mehrheitlich eine Eingliederung ablehnten, entschied sich der jeweilige Gemeinderat dafür. Ab 1. Januar gehörten die 1.400 Talheimer zu Mössingen, im Dezember folgte Öschingen mit 1.800 Bürgern. Mit einer Reihe von anderen Gemeinden wurden Gespräche geführt.

           Großer Stadtball zur Stadterhebung 1974

Mössingen wird Stadt. 1973 entschied der baden-württembergische Ministerrat, dass die Gemeinde Mössingen nach Einwohnerzahl, Siedlungsform sowie seinen kulturellen und wirtschaftlichen Verhältnissen mit seinen 13.600 Einwohnern ein „städtisches Gepräge“ aufweise. Deshalb wurde Mössingen zum 1. Januar 1974 zur Stadt erhoben. Die Stadterhebung fiel mit der 1.200-Jahrfeier der ersten Nennung Mössingens im Jahre 774 zusammen. Die Stadterhebungsurkunde wurde am 4. Januar 1974 durch Innenminister Karl Schiess in der Friedrich-List-Aula feierlich überreicht.
Stadtball  und Festzug. Die junge Stadt feierte mit einem großen Stadtball, auf dem Bürgermeister Kölle als Conférencier durch das Programm führte. Im Sommer fand ein großes Stadtfest statt. Höhepunkt der Feierlichkeiten war der Historische Festumzug am 1. September 1974 mit über 30 beteiligten Gruppen, 60 Pferden und 250 Mitwirkenden im historischen Kostüm. 12.000 Zuschauer bestaunten an diesem Tag Stationen der Stadtgeschichte - von der Steinzeit bis zur Gegenwart.

             Historischer Festumzug 1974

Der Traum von Groß-Steinlach zerbricht.  Obwohl es noch eine Reihe von Verhandlungen mit anderen benachbarten Gemeinden gab, blieb es bei zwei Eingemeindungen. Mit Bodelshausen und Ofterdingen wurde eine Verwaltungsgemeinschaft gebildet. Zweites Zentrum im Steinlachtals wurde der Gemeindeverwaltungsverband Dusslingen, Gomaringen und Nehren (Du - Go - Ne). Ein dritte große Kraft im Landkreis Tübingen neben Tübingen und Rottenburg war von Seiten des Innenministerium nicht gewünscht.
Mössingen mausert sich. Die junge Stadt wies im Bereich Schulen bereits ein großes Angebot auf. Der ursprünglich aus Bodelshausen stammende Bürgermeister Erwin Kölle kannte aus seiner eigenen Schulzeit die lästige Pendelei nach Tübingen. Deshalb lag ihm der Ausbau des Schulzentrums besonders am Herzen. 1971-1973 war die bisherige Schullandschaft mit Grund- und Hauptschule, Realschule und evangelischem Aufbaugymnasium um die Flattich-Schule für Lernbehinderte und um das Quenstedt-Gymnasium erweitert worden. 1975 kam zu den beiden Freibädern in Mössingen und Öschingen ein Hallenbad hinzu.
Anfang der 1980er-Jahre erhielt Mössingen einen modernen Rathaus-Neubau im Mittelpunkt des neuen auf der grünen Wiese geschaffenen Zentrums zwischen Mössingen, Belsen und Bästenhardt. Dazu gehörte auch der sogenannte „Kölle-Graben“, die Straßenunterführung unter der Bahnlinie Richtung Bästenhardt. Die neue „Mössinger Mitte“ war bereits von Anfang an diskutiert.


          SWF-Team am Bergrutsch 1983

Bergrutsch und Städtepartnerschaft. Der 1982 neugewählte Bürgermeister Hans Auer sah es als wichtige Aufgaben an, Mössingens „Stadtwerdung“ weiter voranzutreiben. Als sich jedoch im April 1983 mehrere Millionen Tonnen Gestein am Steilhang des Hirschkopfes in Bewegung setzten, stand für längere Zeit das Großereignis des Mössinger Bergrutsches im Mittelpunkt.
Bürgermeister Auer lag die Stärkung des alten Ortskerns am Herzen. Mit der Einrichtung des Altenwohnheims Haus an der Steinlach am Standort der alten Pausa in der oberen Falltorstraße 1989 hoffte man auf eine Belebung der „alten Mitte“. 1990 schloss Mössingen mit dem französischen Kanton St. Julien-en-Genevois eine Städepartnerschaft. Im folgenden Jahr erweiterte die seit über 20 Jahren bestehende Körperbehindertenförderung Neckar-Alb (KBF) ihr Angebot für Senioren. Und für Jugendliche wurde 1997-1999 das Jugendhaus M gebaut.
Museen und Blumenstadt. Bürgermeister Werner Fifka, der 1998 sein Amt antrat, forcierte er eine neue Kultur- und Museumskonzeption. Als erstes Haus öffnete 2001 im alten Öschinger Rathaus das Holzschnitt-Museum Klaus Herzer seine Türen. Im folgenden Jahr entstand die Kulturscheune für städtische Wechselausstellungen. Originale Mössinger Handwerkstätten sind seit 2005 in der Historischen Messerschmiede und seit 2013 im Rechermacherhaus zu bewundern.

            Ausstellungseröffnung an der Kulturscheune

Als Mössingen im Bundeswettbewerb „Unsere Stadt blüht auf“ 2001 mit der Goldmedaille ausgezeichnet wurde, warb man in den folgenden Jahren mit der Marke Blumenstadt. Die berühmten Blumensamenmischungen des Stadtgärtners Dieter Felger zieren inzwischen bundesweit Gärten und Anlagen.
2007 wurde der erste Teil des Nordrings aus den 1990er-Jahren in einem zweiten Bauabschnitt fortgesetzt und vollendet. Mössingen erhielt damit eine Ortsumfahrung. Im selben Jahr begann die vierjährige Sanierung und Umnutzung der Pausa-Tonnenhalle, die seit 2011 der Stadtbücherei, der Diakonie Sozialstation und dem Regionalverband zur Verfügung steht.
Große Kreisstadt. Bereits 2006 überschritt Mössingen die Zahl von 20.000 Einwohnern. Zum 1. Januar 2009 wurde Mössingen zur Großen Kreisstadt erhoben. Die offizielle Feier fand am 16. Januar in der Quenstedt-Aula statt, bei der Ministerpräsident Günter Oettinger Oberbürgermeister Fifka feierlich die Urkunde überreichte. OB Fifka merkte augenzwinkernd an, dass es ein Treppenwitz der Geschichte sei, dass der eine Oettinger Mössingen erhebt, während es der andere vor 500 Jahre verkaufte.

            Ministerpräsident Oettinger in Mössingen 2009

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