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Das Heft „Der Mössinger Generalstreik vom 31. Januar 1933 – linker Widerstand in der schwäbischen Provinz“ ist kostenlos. Bis auf Weiteres ist es erhältlich bei der Stadt Mössingen oder bestellbar bei der Landeszentrale für politische Bildung, Stafflenbergstr. 38, 70184 Stuttgart, Fax: 0711.164099-77, E-Mail: marketing@lpb.bwl.de, Webshop: www.lpb-bw.de/publikationen.html

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per E-Mail:
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Blick ins Archiv

Neuerscheinungen zum Mössinger Generalstreik
Materialienheft und Virtueller Geschichtsort


Der Bürgersaal des Rathauses war voll besetzt, als am letzten Donnerstag Neuerscheinungen zum Thema Mössinger Generalstreik präsentiert wurden: ein Lese- und Arbeitsheft für Schulen und Gedenkstätten und der Virtuelle Geschichtsort. Oberbürgermeister Bulander begrüßte die Gäste, darunter den Landtagsabgeordneten Daniel Lede Abal, und stellte die vor etwa eineinhalb Jahren entstandene Kooperation mit der Landeszentrale für politische Bildung vor. Sibylle Thelen, Leiterin der Abteilung Gedenkstätten bei der Landeszentrale (LpB), hatte damals die Stadt Mössingen – speziell das Museum und das Stadtarchiv – um eine gemeinsame Herausgabe eines Materialienheftes angefragt. „Für die Stadt Mössingen ein großer Glücksfall und ein Geschenk. In der Regel geht einem Materialienheft die Einrichtung oder Existenz einer Gedenkstätte voraus. In Mössingen gibt es diesen nicht oder noch nicht. Hier gibt es jetzt das Materialienheft!“, so OB Bulander.

Fragerunde Präsentation Materialienheft
 
Sibylle Thelen berichtete über die Entstehungsgeschichte der „Tiefenbohrung vor Ort“ und über die Arbeit des großen Autorenteams. Neben Museumsleiter Hermann Berner und Stadtarchivarin Franziska Blum gehörten Studiendirektor Dieter Grupp aus Albstadt, Professor Reinhold Weber von der LpB mit einer Studierendengruppe am Seminar für Zeitgeschichte der Universität Tübingen und Sibylle Thelen selbst zu den Autoren. Über die Erfahrungen der gut 20 Teilnehmer des von Professor Weber im letzten Wintersemester geleiteten Studierendenseminars zum Thema Nationalsozialismus in Württemberg, die im Januar die Materialien für die Arbeitsblätter im Heft zusammenstellten, sprach stellvertretend die Studentin Anna-Antonia Geschöll: „Die Arbeit mit den Quellen war überaus interessant und es war manchmal sehr schwierig eine Auswahl zu treffen.“ Neben den umfangreichen Textkapiteln bieten die Arbeitsblätter zusätzliches Material wie Biographien, Zeitungsartikel, Auszüge aus Gemeinderatsprotokollen, die zusammen mit den Aufgabenstellungen Grundlagen für Diskussionen bieten. Stadtarchivarin Blum zeigte auf wie das Heft die Ereignisse um den 31. Januar 1933 in eine ausführliche Schilderung der Vorgeschichte, der Folgen, der Nachgeschichte und der Bewertung einbettet. „Es ging uns auch darum, die überregionalen Zusammenhänge herzustellen. Deshalb gibt es drei Kapitel, die den Blick auf die Landes-, Reichs- bzw. Bundesebene hinaus weiten“, so Blum.
Museumsleiter Berner schilderte, dass ihn das Thema in seiner gesamten Dienstzeit in Mössingen beschäftigte und dass auch immer wieder von der Einrichtung einer Museums-Dauerausstellung die Rede war. „Am Thema des Generalstreiks ließe sich Vieles der örtlichen Geschichte erklären. Beispielsweise die Armut und die Weltoffenheit der Mössinger“, so Berner. Auf die Frage von Frau Thelen an OB Bulander, ob an so etwas von Seiten der Stadt gedacht sei, antwortete Bulander: „Spätestens zum nächsten runden Gedenktag 2023 soll es ein solches Museum geben.“
Archivarin Blum und Museumsleiter Berner präsentierten im Anschluss den Virtuellen Geschichtsort, der als Webseite unter www.mössinger-generalstreik.de aufzurufen ist. Dieser bietet nochmals andere Einblicke, zusätzliches Bild- und Textmaterial und Videos sowie einen virtuellen Rundgang auf den Spuren des Streikzugs. Die Stationen der Strecke werden dabei mit Bildern von früher und heute illustriert. Die am Ende der Veranstaltung für die Besucher bereit gelegten Hefte waren sehr gefragt.