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Von Lucken und Falltoren -
Alte Wegerechte und -verbote


Mit Lucken sind die „Lücken“ in Zäunen und Hecken bezeichnet, die die Bauern mit ihren Fuhrwerken oder ihrem Vieh durchquerten. Um keinen Streit über die Wegerechte aufkommen zu lassen, verzeichnete die Gemeinde diese im Luckenbuch und verlas sie im Frühjahr öffentlich. So ist im Mössinger Luckenbuch aus dem Jahr 1770 (B 555) zu lesen: „Hans Jacob Wagner, Bauer hat in der blumenkuchen an seinem Acker eine Triebluck zu tragen, welche zu Frühlings- und Herbstzeiten befahren werden darf.“ Im Talheimer Luckenbuch von 1736 (B 91) finden sich zudem Wegeverbote. So sollte „der Weg hinder der Breygen, auf Hanß Jerg Haugen Wiß gäntzlich verboten“ sein.

Luckenbuecher Eintraege

Ein anderer Durchgang, und zwar durch den Ortszaun oder den sogenannten Etter, bildete das „Falltor“. Es fiel – wie der Name sagt – von allein wieder zu, grenzte die Dorfmark innerhalb des Etters von den Wiesen und Äckern außerhalb ab und verhinderte damit, dass das Vieh ins Dorf lief. Der Etter markierte aber auch das rechtliche Hoheitsgebiet der Dorfgemeinde. Landesbeamte konnten beispielsweise Straftäter nur außerhalb des Dorfetters gefangen nehmen. Der Mössinger Etter erstreckte sich von der Peter-und-Paulskirche in westlicher Richtung zwischen Langen Gasse und Grabenstraße und endete an der Sulz-, Bach- und Hilbgasse. Die diagonal verlaufende Falltorstraße ist noch nach dem alten Ettertor benannt.

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