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Ankunft und Verteilung auf dem Rathausplatz
Gespräche und Treffpunkt auf dem Rathausplatz

Offizieller Festakt

Oberbürgermeister Bulander begrüßt die Gäste
Oberbürgermeister Bulander begrüßt die Gäste beim offiziellen Festakt

Festakt
Festakt im ISG-Gebäude

Staib, Guillot, Crastes, Monteil, Bulander bei der Geschenkübergabe
Die Festredner von rechts:
OB Bulander, Christian Monteil, Pierre-Jean Crastes, André Guillot und Gebhard Staib

Jubiläumsgeschenk
Oberbürgermeister Bulander und Gebhard Staib freuen sich über das Gastgeschenk!

Mössinger Klarinettenquartett
Musikalische Umrahmung mit dem Mössinger Klarinettenquartett

Nette Gespräche vor dem Festakt
Nette Gespräche beim Festakt

Abwechslungsreiches Programm

Führung Kommunalpolitische Informationen mit OB Bulander und Gebhard Staib
Bei Gebhard Staib versammeln sich die Teilnehmer zur Rundfahrt

Pausafuerung mit Hermann Berner Museumsleiter FOTO MEYER
Pausaführung "Schönheit im Raum" mit Hermann Berner

Vernissage mit Dr. Andreas Gammel, Carolyn Straßner und Nicolin Braun
Vernissage der ARTMössingen im Rathaus

Vernissagebesucher
Besucher der Kunstausstellung

Albliegentest
Wanderung mit Nebelblick und Test der Panoramaschaukel

Gut ausgestattet für jedes Wetter
Wettertauglich gut ausgestattete Franzosen 

Dr. Franziska Blum und Jürgen Wissenbach
Mit Stadtarchivarin Dr. Franziska Blum und Jürgen Wissenbach in die Welt der Geschichte

Stadtfuerhrung Foto Meyer
Bei der Stadtführung

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Stadtnachricht

25jährige deutsch-französische Freundschaft gefeiert!


Drei Tage wurde am vergangenen Wochenende die seit 1990 bestehende Partnerschaft zwischen dem französischen Kanton Saint-Julien-en-Genevois und Mössingen gefeiert, die Feier in Frankreich war bereits im Juni diesen Jahres!


Oberbürgermeister Bulander begrüßte den Departementspräsident Christian Monteil und den Kantonspräsident Pierre-Jean Crastes erstmalig seit den letzten französischen Wahlen in Mössingen. „ Dieses gemeinsame Wochenende unserer schwäbisch – savoyardischen Freundschaft ist ein Signal, dass Frankreich und Deutschland allen Krisen zum Trotz, weiterhin eng als gleichwertige Partner sich gegenseitig stützend und als geeintes Europa zusammenstehen“, ist sich Oberbürgermeister Bulander sicher und freut sich über die vielfältigen Beziehungen zwischen Schulen, Vereinen und Familien und lädt die Gäste auf ein spannendes Wochenende ein, in dem man sicher näher kommt, die Freundschaften pflegt und die Gäste so manches über unsere Geschichte, unsere Stadt und uns Mössinger erfahren!

Anreise und Unterkunft
Planmäßig kamen die 80 Gäste nach rund siebenstündiger Fahrt mit zwei Bussen am Freitag, 16. Oktober um 21 Uhr in Mössingen an. Nach einer kurzen Begrüßung folgte die Verteilung auf die Privatunterkünfte. Gebhard Staib, Vorsitzender des Mössinger Partnerschaftskomitees meinte: „Es war kein Problem, ja sogar beinahe ein Vergnügen, für alle ein Bett zu bekommen. Die Mössinger sind offen und gastfreundlich und Bedanken sich so für Eure herzliche Aufnahme im Juni“. In den Familien wurden die Gäste mit schwäbischen Köstlichkeiten nach der langen Fahrt verwöhnt. Die netten Gespräche reichten bis in die späten Abendstunden.

Abwechslungsreiches Programm

Beim Treffpunkt am Samstagmorgen auf dem Rathausplatz hieß es sich für eine der vielen folgenden Aktionen zu entscheiden:
 
Kommunalpolitische Rundfahrt

Mit Oberbürgermeister Michael Bulander und Gebhard Staib als Übersetzter fuhr der volle Bus vom Rathaus zur Pausa, dort führte Museumsleiter Hermann Berner durch die Geschichte der Pausa, zeigte die Aufbauarbeiten für die Ausstellung „Schönheit im Raum“ und erzählte, dass viele französische Künstler in der Nachkriegszeit für die Pausa Dekostoffe entworfen haben. Weiter ging es mit Informationen zur neuen Mössinger Mitte in Richtung Öschingen mit Stopp bei der Landhaussiedlung und einem Blick von der Stumpenallee auf den im Nebel versteckten Herbstwald. Über Streuobstwiesen führte der Weg zum Baugebiet Anger und zum Talheimer Häckselplatz. Der Blick von der Olgahöhe auf Belsen und Mössingen hätte mit Sonne mehr Charme gehabt! Trotz nebligem Herbstwetter war die Stimmung im Bus bombig. Mit kommunalpolitischen Informationen und schönen landschaftlichen Impressionen gefüllt, ging es hungrig zum Maultaschenessen in die Mensa des ISG-Gebäudes. Die Gestaltung des Nachmittags war unterschiedlich und reichte vom kleinen Mittagschlaf über den Kunstumgang bis zur Fahrt nach Tübingen.

ARTMössingen – Vernissage und Kunstumgang

„Nichts verbindet die Menschen so tief wie Kunst“ mit diesem Zitat begrüßte Stellvertretender Bürgermeister Dr. Andreas Gammel rund siebzig Teilnehmer bei der Vernissage der ARTMössingen im Rathaus am Samstagmorgen. Kunst verbindet –  über Nationen hinaus, das zeigt die Gemeinschaftsausstellung von über 30 Künstlerinnen und Künstlern an 27 Ausstellungsorten im ganzen Stadtgebiet. Die Werke der französischen Künstlerinnen Gloria Colombe und Marie-Paule Barillat waren im Rathausfoyer zu besichtigen. In Mössingen ist etwas entstanden, das es so bisher noch nicht gab. „Ich bin begeistert, wie viele Künstler und Geschäfte mitgemacht haben. Chapeau – Danke für den vielen Mut, die bunte Kreativität und die Unmengen an Zeit, Herzblut und Geduld bei allen die mitgeholfen haben“, bedankte sich Stadträtin Carolyn Straßner, die als Hauptorganisatorin die  ARTMössingen, eine faszinierende, gelungene und wohlproportionierte Gemeinschaftsausstellung ins Leben gerufen hat. „ Mössingen selbst ist zum Museum geworden, dessen Ausstellungsräume verbunden sind, durch die Idee der Bürgerkunst. Bürgerinnen und Bürger unserer Stadt und aus dem Kanton Saint-Julien haben die Stadt verändert und bereichert“, freut sich Stadtrat Dr. Gammel. „Was ist Kunst, woran erkenne ich sie und wie ist sie zu beurteilen?“,das stellte Künstlerin Nicolin Braun bei der Vernissage als Frage in dem Raum und sagte dazu: Die Definition liegt in der Auffassung, dem Verständnis und der Interpretation des Betrachters.  In großen und kleinen Gruppen nutzen viele der Gäste und Bürger die Möglichkeit, zum Kunstumgang am Nachmittag und ließen sich die Bürgerkunst näher bringen. Die ARTMössingen ist weiterhin im Oktober und November in den Mössinger Ausstellungsorten zu sehen – machen sie sich ihr eigenes Bild!
 
Wanderung am Dreifürstensteig 
 
Eine Gruppe von etwa 35 Personen entschied sich trotz des nebelig-kühlen Herbstwetters für die angebotene Wanderung auf einem Abschnitt des Dreifürstensteigs. Mit Transportern der Feuerwehr gelangte man zum Ausgangspunkt am Bergrutschparkplatz. Vorbei an der beliebten Panoramaliege (deren Pendant im Juni an die Partner verschenkt worden war),  über die Magerwiesen am Südhang des Farrenbergs und durch den Buchelesrain unterhalb die Burgruine Andeck, führte der städtische Tourismusbeauftragte Uwe Walz die Wanderer zunächst zur Panoramaschaukel oberhalb Talheims. Trotz des Nebels konnte der wunderbare Blick auf den Talheimer Albtrauf zumindest erahnt werden. Über den Ziegelrutschweg ging es dann hinab zu den Mössinger Linden und auf dem Panoramaweg Streuobst, vorbei am Schützenhaus, hinab ins Schulzentrum zum gemeinsamen Mittagessen in der Mensa. Im Rahmen der gut zweistündigen Wanderung erzählte Walz allerlei interessantes über den Dreifürstensteig, warum Premiumwandern boomt, berichtete über die Bergrutsche, informierte über Talheim, wies auf die Besonderheiten der Natur oder auch  die nachhaltige Nutzung des Stadtwaldes hin. „Mössingen liegt mitten im Schwäbischen Streuobstparadies und wird durch seine rund 40.000 Streuobstbäume heute wie ehemals davon geprägt“, machte er am Panoramaweg deutlich. Der frühere Kantonspräsidenten Bernhard Gaud fragte nach, ob man daher mit der touristischen Marke „Früchtetrauf“ werbe. „Mit dem Begriff Früchtetrauf möchten wir verdeutlichen, dass in Mössingen weitläufige Streuobstwiesen und der markante Nordrand der Alb eine besonders schöne landschaftliche Verbindung eingehen“, bestätigte der städtische Touristiker. Sein abschließender Tipp an die Gruppe war, beim späteren Festakt unbedingt den „Roten Mössinger“ des Netzwerks Streuobst zu kosten. Eine Empfehlung, der die Gäste dann auch begeistert nachkamen. 
 
Stadtführung mit Stadtarchivarin Dr. Franziska Blum

Rund dreißig Franzosen und Gastgeber entschieden sich für die gut eineinhalbstündige  Stadtführung mit der Stadtarchivarin. Vom Rathaus Mössingen, dem „Zentrum der 1980er-Jahre“, ging die Gruppe quer durch die Stadt zum alten Ortskern. Dank Stadtrat Jürgen Wissenbach, der ins französische übersetzte, gab es keine Verständigungsprobleme. Es wurden die Besonderheiten der Ortsgeschichte vorgestellt: Die alemannische Siedlungsgründung im 6. Jahrhundert, der Verkauf Mössingens an die Württemberger im 15. Jahrhundert, die Armut im Steinlachtal und deren Folgen, die Industrialisierung und die Entwicklung zur Stadt und Großen Kreisstadt und der Generalstreik. Im Mühlengärtle erfuhren die Teilnehmer einiges über die erste Stromproduktion in der alten Mühle am Fritzenrain, die 1910 zum Gemeinde-E-Werk wurde. Vorbei am Standort der alten Pausa ging es zum alten Rathaus vorbei am Gemeindebad von 1927 weiter zur Peter-und-Pauls-Kirche und dem danebenstehenden alten Amtshaus. Dort schloss Blum mit einem Zitat den Rundgang ab: Der Mössinger Amtmann hatte 1607 von dort an seine übergeordneten Stellen berichtet, dass er es hier mit einem „halsstarrischen, rebellischen Gesindlein“ zu tun hätte. Eine Dame merkte an: „Na, dann ist am besonderen Charakter der Mössinger wohl wirklich was dran.“ Die Teilnehmer schmunzelten und applaudierten zum Abschluss.
 
Feierlicher Festakt als Höhepunkt der Jumelage

Am Samstagabend fand der offizielle Festakt in der Mensa im ISG-Gebäude statt. Nach einer kleinen Bewirtung im Foyer begeisterte das Mössinger Klarinettenquartett mit dem Quartett in F von Carl Böhm und weiteren musikalischen Stücken die rund 200 Festgäste.

Staib, Guillot, Crastes, Monteil, Bulander bei der Geschenkübergabe
Die Festredner von links: Oberbürgermeister Michael Bulander, Christian Monteil, Pierre-Jean Crastes, André Guillot und Gebhard Staib

Oberbürgermeister Michael Bulander begrüßte die Gäste und stellte fest: „ Auch 25 Jahren nach der Gründung unserer Partnerschaft ist diese voller Vitalität! Ich freue mich auf viele weitere Jahre unserer Freundschaft – Vive la Jumelage“!
Pierre-Jean Crastes, Präsident des Kanton St. Julien machte deutlich, dass die gegenwärtige außergewöhnliche Migration von Flüchtlingen die Gelegenheit des europäischen Projekts verdeutlicht. „Es ist wichtig, sich für die Kultur des Anderen zu interessieren – die Partnerschaft muss vor allem eine Angelegenheit von aufrichtigen, glücklichen und geselligen Beziehungen sein“ stellte er in den Mittelpunkt und bedankte sich für den Empfang, die Aktivitäten, Mahlzeiten und Ausstellungen und die Wärme der menschlichen Beziehungen in Mössingen.
André Guillot, Vorsitzender des französischen Partnerschaftskomitees erinnerte, dass die Partnerschaft bereits vor der offiziellen Partnerschaft in den 1980er Jahren durch Schüleraustausche entstanden ist. „In den letzten Jahren wurde ein gewaltiges Kapital an Vertrauen und Freundschaft angehäuft; lassen wir dieses Kapital weitere Früchte tragen mit neuen Begegnungen - heute setzen wir einen neuen Markstein in der Geschichte unserer Partnerschaft“, ist Guillot überzeugt.
Christian Monteil, Departmentspräsident freute sich: „Wir sind stolz und es ist uns ein Vergnügen, dass wir heute die Momente des Austausches, der Brüderlichkeit und der Freundschaft miteinander feiern dürfen. Der Künstler Ernst Kroh hat uns hierzu ein gutes Beispiel für die Zukunft gegeben, in dem er im Jubiläumssymbol die Nationalfarben von Deutschland und Frankreich miteinander vereint hat“.
Gebhard Staib, Vorsitzender des Mössinger Partnerschaftskomitees stellte nach den vielen  Vorrednern fest: „Nahezu alles wollte ich auch sagen! Die vielen Jahre des Austausches mit Frankreich haben mich gelehrt: Es gibt nicht nur eine einzige mögliche Art, sein Leben zu gestalten, sondern ganz viele. Aus dem Kontrast der Lebensarten ergibt sich eine neue Weite, mehr Toleranz und mehr Verständnis für den Anderen.“
Nach viel Lob und Dank aus allen Munden insbesondere für die Partnerschaftskomitees und die Organisatoren, ging es zum Herbstball in die Quenstedt-Aula, wo bis in die Nacht nationenübergreifend getanzt wurde!

Kein Fest ohne Geschenke!

Gastgeschenke dürfen natürlich beim Jubiläum nicht fehlen. Oberbürgermeister Bulander bekam für die Stadt einen Standuhr mit Glockenspiel. „Das Geläut soll jede Stunde an uns erinnern“, lachte Pierre-Jean Crastes und André Guillot bei der Übergabe. Außerdem gab es ein Buch: Das Lexikon von HochSavoyen mit Bildern der Landschaft und der französischen Bräuche. Helga und Jürgen Wissenbach erhielten als herzliches Dankeschön für die Gastfreundschaft und die Begegnungen der letzten Jahre zwei Bücher, die es erlauben den Geist der Stätten HochSavoyens zu entdecken.
„Vier Monate hat es gedauert, bis wir einen Platz für Euer Gastgeschenk, die „Albliege“ gefunden haben – sie kommt auf den Mont Salève mit Blick nach Mössingen. Wir hoffen ihr braucht nicht solange für die Platzsuche“,  scherzte Crastes.
„Bei uns geht das schneller, ich habe schon einen Platz“, lachte Bulander!

Jubiläumsgeschenk
Oberbürgermeister Michael Bulander und Gebhard Staib, Vorsitzender des Partnerschaftskomitees freuen sich über das Gastgeschenk – eine Uhr mit  Glockenspiel

Abschied
Am Sonntagnachmittag machten sich die Franzosen nach gelungenem Wochenende auf die Heimreise und kamen in Rekordzeit in Frankreich an.

Alle sind sich einig, wir haben eine gel(i)ebte Partnerschaft!