Stadtnachricht

Waldumgang im Talheimer Forst


Zum diesjährigen Waldumgang am Freitag, 6. Oktober 2017 kamen trotz regnerischem Wetter rund fünfzig Interessierte und ließen sich von Revierleiter Joachim Kern, Forst-Trainee Magnus Daferner (Nachfolger von Jürgen Dilger) und Alexander Köberle, Leiter der Abteilung Forst beim Landratsamt Tübingen im Gewann „Tal“ die Sonn- und Schattenhänge und die damit zusammenhängenden Vor- und Nachteile zeigen.

Oberbürgermeister Michael Bulander begrüßte die Wanderfreudigen: „Heute zeigt uns die Abteilung Forst nicht nur die sonn- und schattseitigen Hänge in Talheim, sondern auch noch die Regenseite“, scherzte Bulander in Bezug auf den gleich zu Beginn erforderlichen Regenschirm. Die Forstexperten informierten über die Balance zwischen Schutz-, Nutz-, und Erholungsfunktion des Waldes und beleuchteten die vielfältigen Einflussfaktoren die dabei eine Rolle spielen. In Nordhängen ist es tendenziell kühler und gibt es häufiger Niederschlag: Gute Voraussetzungen für prächtige und damit auch wirtschaftlich nutzbare Bäume, wie sich an über 100jährigen Buchenbeständen zeigte. In dem mäßig trockenem Weißjura-Steilhang am Farrenberg mit bewegtem Felsschutt ist die Fläche wirtschaftlich uninteressanter, dafür ökologisch umso wertvoller. In den sonnigen und lichten Waldstrukturen entwickeln sich wärmeliebende Tier- und Pflanzenarten, wie der Käfer „Alpenbock“ und die Bergkronwicken-Widderchen. Beim durchschreiten der Wachholderheide öffnete sich der Blick in Richtung Talheim und Erdrutsch – die Kulisse mit bunter Herbstfärbung war trotz Regen traumhaft. „Wir leben in einem Naturparadies, da braucht man nicht in den Urlaub“, meinte ein Mitwanderer!

Umweltbildung und Waldpädagogik in den Schulen und Kindergärten wird in Mössingen mit den jährlichen Umweltspielen und dem „grünen Klassenzimmer“ in Belsen bereits seit längerem praktiziert. Neu gibt es jetzt eine fahrbare „Waldbox“ mit Waldwissen zum anfassen und experimentieren vom Landkreis Tübingen. Joachim Kern zeigte, was die Box alles zu bieten hat: fühlen, tasten, riechen, schnüffeln, hämmern, spalten – gelernt wird mit allen Sinnen. Beim Zwischenstopp zeigten die Waldarbeiter Johann Lausberg und Simon Herter wie sich ohne Strom über offenem Feuer ein Kaffee zubereiten lässt, der dann wärmte und auch schmeckte!

Ein rundum interessanter Waldumgang – leider lässt sich nicht alles schriftlich wiedergeben - kommen Sie einfach nächstes Jahr mit! Henry mit seinen sechs Jahren jüngster Teilnehmer und alle anderen waren auf jeden Fall begeistert! „Wir sind jedes Jahr dabei“, meinte eine Mössingerin „da lernt man viel und sieht manches mit ganz anderen Augen!“

Oberbürgermeister Bulander bedankte sich herzlich bei den Interessierten und besonders bei den Forstleuten für den Waldumgang und die viele Arbeit das ganze Jahr.