Mössingens Weg zur Blumenstadt

Mössingens besonderer Schmuck sind von Frühjahr bis Herbst bunte Blumenfelder, blühende Straßenrandstreifen und dufte(nde) Kreisverkehre. Wer sich dabei an die Gemälde berühmter Impressionisten wie Claude Monet erinnert fühlt, liegt gar nicht so falsch. Denn nicht selten hat solch ein Kunstwerk hier schon als Vorbild gedient.

Den Juroren des Bundeswettbewerbs „Unsere Stadt blüht auf“ war die Mössinger Sommerblumenansaaten bereits im Jahr 2001 eine Goldmedaille wert. In ihrer Begründung stellte die Fachjury der Entente Florale Deutschland anlässlich der Bundesgartenschau in Potsdam beeindruckt fest: „Mössingen ist die Stadt der duften Blüten. Impressionen bunt blühender Wiesen und Rosen schmücken die Stadt auf das Schönste.“ Damit lag die Jury sicher richtig. Stehen die Mössinger Blumenwiesen in Qualität, Quantität und ganzheitlichem Ansatz doch heute wie damals bundesweit nahezu einmalig da.

Blumenwiese

Kein Wunder, dass die „Blumenstadt Mössingen“ (auch dank Google) mittlerweile vielen ein Begriff ist. Regelmäßig erreichen die Stadtgärtnerei Anfragen und begeisterte Rückmeldungen aus nahezu der ganzen Welt. Denn die Mössinger Blumensamenmischungen sind etwas Besonderes und mit viel Fachwissen zusammengestellt. Trotzdem ist ein „Blumenfest“, wie es Mössingen seinen Bürgern und Besuchern vom Frühjahr bis zum Herbst bietet, nicht so ohne weiteres nachmachbar.

„Wir haben über die Jahre viel probiert und dabei gelernt“, resümiert Stadtgärtnermeister Dieter Felger. „Nicht nur Samenmenge und Aussaatansprüche müssen bedacht werden. Auch Niederschlagsmenge, Bodenqualität, Verunkrautungsanfälligkeit und sogar die Wärmeabstrahlung des Asphalts gilt es zu berücksichtigen“, verrät er. „Auf einer Verkehrsinsel herrscht im Sommer ein Klima fast wie in der Wüste“, meint Felger. Hinzu kommen Abgasimmissionen, Trittbelastung und Müll.

Stadtgärtner beim Mähen

Doch bei gut abgestimmten Blumenmischungen stellt sich schnell ein ökologisches Gleichgewicht ein. Das hört und sieht, wer sich den Mikrokosmos „Mössinger Blumenwiese“ einmal aus der Nähe anschaut. Tatsächlich wuselt, summt und brummt es überall. Bienen sammeln Nektar, Schmetterlinge taumeln duftberauscht von Blüte zu Blüte. Käfer krabbeln, Vögel suchen Nahrung. Und nebenan läuft der Straßenverkehr.

Doch wie kam es zu diesem erfolgreichen Konzept?