Rückblick zur öffentlichen Stadtwerkstatt am 12. Februar 2014

Rund 150 Bürgerinnen und Bürger kamen am 12. Februar zur öffentlichen Stadtwerkstatt im Rahmen des Stadtentwicklungsprozesses „STEP 2030“ in die Aula des Quenstedt-Gymnasiums in Mössingen. Vertreter der Vereine und Verbände am Ort wurden persönlich eingeladen, darüber hinaus konnten sich aber auch aus der Bürgerschaft alle Interessierten an diesem Abend in den Prozess einbringen, ihre Meinung zur Stadtentwicklung  äußern und konkrete Projekte und Vorschläge um Ideenpool beisteuern. „Den zahlreichen  engagierten Bürgerinnen und Bürger, die viel Zeit und Leidenschaft mit in den Prozess einbringen, gilt ein herzlicher Dank“, sagte Oberbürgermeister Michael Bulander in seiner Begrüßungsrede. Bürgerbeteiligung sei sehr wichtig heutzutage und werde auch immer gefordert, deshalb sei jetzt die Zeit, seine Meinung auch einzubringen.
In Bürgerwerkstätten konnten seit dem letzten Jahr 120 geloste Teilnehmer zu folgenden vier Themenblöcken Vorschläge erarbeiten:

1. Wohnen und Städtebau
2. Natur, Umwelt, Freizeit und Naherholung
3. Miteinander, soziale Infrastruktur und Identität
4. Mobilität, Wirtschaft und Tourismus

Ergänzt wurde der Prozess nun durch die öffentliche  Stadtwerkstatt, bei der zunächst die Ergebnisse aus den Bürgerwerkstätten vorgestellt wurden. Anschließend konnte die Öffentlichkeit anhand von Stellwänden an vier Thementischen diese Ergebnisse einsehen, ergänzen oder ihre Meinung dazu abgeben. Timo Buff vom Büro für Kommunikation „Sippel & Buff“, das den Prozess moderiert und leitet, erläuterte  die wichtigsten Ergebnisse der Bürgerwerkstätten. Es sei in allen Gruppen eine sehr engagierte und zielführende Diskussion entstanden. Im Themenfeld „Wohnen & Städtebau“ sei den Bürgern eine  erkennbare Stadtmitte mit mehr Aufenthaltsqualität mit Abstand am wichtigsten. Es sei eine große Erwartungshaltung in Bezug auf die Innenstadt zu spüren, meinte Buff. Auch in den Teilorten sei die Mitte ein großes Thema. In Belsen, Öschingen und Talheim wollen die Bürger den dörflichen Charakter erhalten und bewahren, gleichzeitig aber auch auf neue Impulse setzen. In Bästenhardt gehe es vor allem darum, die Wertschätzung des größten Teilorts zu erhöhen. Grundsätzlich könne man laut Buff die Ziele für die Gesamtstadt als „Innen- vor Außenentwicklung“ zusammenfassen.

Beim Thema „Miteinander und soziale Infrastruktur“ erläuterte Thomas Sippel die Ergebnisse. Das Schaffen von zentralen Begegnungsstätten wird hier gefordert, vor allem um den Austausch zwischen den Generationen zu verstärken. Eine größere Wertschätzung des bürgerschaftlichen Engagements und das frühe Einholen von Meinungsbildern bei wichtigen städtischen Entscheidungen waren hier die wichtigsten Ziele.
In der Gruppe zum Thema „Umwelt und Natur“ wurde vor allem eine größtmögliche Eigenversorgung durch Energie angestrebt. Doch auch die Umweltbildung kommt laut den Teilnehmern in allen Altersgruppen zu kurz. Die Streuobstwiesen sollten besser gepflegt werden, die Vermarktung lokaler Erzeugnisse sollte ausgebaut werden.

Das Thema „Mobilität, Wirtschaft und Tourismus“ hatte verschiede wichtige Oberziele. Darunter fällt die Sicherung lokaler Arbeitsplätze, eine  verstärkte Imagebildung und Werbung für den Wirtschaftsstandort Mössingen, neue Angebote in der Innenstadt im Bereich Einzelhandel, eine attraktivere Einkaufsatmosphäre sowie ausreichen Parkraumangebot im Innenbereich. Die Aufwertung des Bahnhofsumfelds und  die Weiterentwicklung des Bus- und Radverkehrs sind  die Kernthemen im Bereich Mobilität.
Die rund 150 Bürgerinnen und Bürger ergänzten, kommentierten und diskutierten diese Ergebnisse sowie die ersten Ansätze im Projekt- und Ideenpool ausführlich. Oberbürgermeister Bulander sprach zum Abschluss  von einem gelungenen und sachorientieren Abend mit vielen interessanten Diskussionen und wichtigen Impulsen. Für den Zeithorizont des Stadtentwicklungsprozesses bis 2030 seien wichtige Leitlinien und eine große Menge an Ideen gesammelt worden. Das Büro „Sippel & Buff“ führte die Ergebnisse der Stadtwerkstatt mit denen aus den Bürgerwerkstätten zusammen. In einer 2-tägigen Klausurtagung setzte sich im März 2014 der Gemeinderat intensiv mit den Ideen der Bürgerinnen und Bürger auseinander.