Sehenswert

Peter- und Paulskirche Mössingen

Brunnenstraße
Pfarramt: Brunnenstraße 2

72116 Mössingen
Stadtteil: Kernstadt
Von 1517 bis 1527 wurde in der heutigen Brunnenstraße die heute älteste Kirche Mössingens erbaut. Das Datum der Grundsteinlegung ist außen an der Südostseite des Chores in einer Inschrift festgehalten: 1517, das Jahr, als Martin Luther seine 95 Thesen an die Schlosskirche zu Wittenberg anschlug und dadurch die Reformation auslöste.
 
An die 789 erwähnte Vorgängerkirche erinnert heute nur noch wenig: der Name des Gotteshauses, ein Bildnis des Heiligen Martin im spätgotischen, reich geschmückten Chorgewölbe und der untere Teil des Turmes. Der 39 Meter hohe Kirchturm war in früherer Zeit Teil einer Wehr- und Signalanlage. Dendrochronologische Untersuchungen ergaben, dass die erste Fertigstellung des (im Zuge des Kirchenneubaus um zwei weitere Massivgeschosse erhöhten) Turmes wohl um das Jahr 1368 erfolgte. Der unterste Teil des Turms ist das älteste bekannte noch stehende Bauwerk im alten Ortskern von Mössingen.
Zum schönen Kircheninneren gehört auch eine durch ihren hervorragenden Klang weit bekannte Orgel, die Johann Jakob Weinmar aus Bondorf 1820/21 hergestellt und eingebaut hat. Sie stand zunächst auf einer eigens im Chorraum gebauten Orgelempore, wurde aber 1922 auf den Chorboden versetzt. Die Empore ist damals entfernt worden.
Die Figur des gekreuzigten Christus am Altar stammt aus dem 16. Jahrhundert. Sie hat ihren Platz genau zwischen Chor und Schiff, zwischen göttlichem und menschlichem Bereich. Es fällt auf, dass die Dornenkrone keine "Stacheln" hat. Ob der Künstler damit auf ein Zitat aus 1. Korinther 15,55 anspielte in dem es heißt: Tod, wo ist dein Stachel"?

Das 10,50 Meter  hohe, selbsttragende  Sternrippengewölbe über dem Chor ist ein beachtliches Kunstwerk. Die Gewölbeschlusssteine stellen von West nach Ost dar: Paulus (mit Bibel und Schwert), Petrus (mit Bibel und Himmelsschlüssel), Maria als Himmelskönigin mit dem Jesukind, Johannes der Täufer (der auf das Lamm Gottes hinweist) sowiec der heilige Martin (der seinen Mantel teilt).
Die Blumen und Rankenmuster im Chor haben symbolische Bedeutung. So steht der Garten als Gleichnis für das Paradies. Die Nelke ist Passionssymbol, die Akelei das Heilig-Geist-Symbol. Heilpflanzen wie Eibisch, Kamille oder Hopfenblüte symbolisieren des "Herrgotts Apotheke".

Das mittlere Glasfenster hinter der Orgel wurde 1922 eingebaut und stammt aus der Hofglaserei Wilhelm in Rottweil. Dieses Fenster wurde zum Andenken an Dr. Hermann Mögling gestiftet, der von 1836 - 1862 Missionar und Bibelübersetzer in Indien war.

Auf Wandkonsolen hinter dem Taufstein stehen die vier Evangeliste Matthäus, Markus, Lukas und Johannes. Christus selbst ist daneben in einer Mauernische dargestellt, als der Auferstandene mit der Siegesfahne
 
Öffnungszeiten:
Die Peter- und Paulskirche kann unter der Woche besichtigt werden. Bitte erfragen Sie die Öffnungszeiten über das Pfarramt.
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