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Waldumgang - Wildschweine - Waldpädagogik: Infos und gute Stimmung!


Pünktlich zum Waldumgang am Freitag, 19. Oktober 2018 löste sich der Nebel auf und die Sonne ließ den Mössinger traumhaften Herbstwald zur Geltung kommen. Jede Menge Stadt- und Ortschaftsräte und interessierte Bürger konnte Oberbürgermeister Michael Bulander bei „einem der schönsten Termine des Jahres“ begrüßen.
 
Förster Joachim Kern führte mit viel Humor und interessantem Wissen auf unterschiedlichen Stationen zum Thema „Der Stadtwald – dem Gemeinwohl verpflichtet“, teilweise quer durch den Wald.
 
„Herzlich willkommen zur Betriebsbesichtigung ihres Forstbetriebs“, begrüßte Kern die Waldbegeisterten und holte das Landeswaldgesetz, die „Bibel der Förster“ heraus, meinte aber gleich dazu: „keine Angst, so trocken wie das Gesetz bleibt es nicht!“. Trotzdem war es interessant zu erfahren, dass nach dem Gesetz die höchstmögliche Lieferung wertvollen Holzes bei gleichzeitiger, gleichrangiger und harmonischer Erfüllung der Schutz- und Erholungsfunktion als Grundsatz verankert ist.
 
In „Kohlersgärtle“ wurde deutlich, wie unterschiedlich die Nutzung von Flächen im Wald sein können: 1910 wurden die damaligen Wiesen/Äcker mit Kiefern und Fichten aufgeforstet. 1989 wurden Buchenvorbauten zum Schutz gepflanzt. In den 1990er Jahren war die Fläche zeitweilig Schafeinstand und hohe Mengen entfielen auf die zufällige Nutzung. Im Jahrhundertsommer 2003 sorgte der Borkenkäfer für Schäden und einen Ausfall, daraufhin wurde eine Kulturkirsche gepflanzt, das Ergebnis war leider unbefriedigend. 2018 wurde die Fläche geräumt und mit einer 90%igen Förderung mit Eichen bepflanzt, diese wurden mit Wuchshüllen zum Verbissschutz ausgestattet. Auch da wird sich zeigen, was die Natur vorsieht – leider hat bereits der heiße Sommer 2018 im Juli bei der Pflanzung zu einem 10-15% Ausfall gesorgt.
 
Weitere Infos gab es von Förster Magnus Daferner zu Habitatbaumgruppen, geschützten Einzelbäumen und zum Dauerwald bzw. der Entstehung eines „Urwalds“. Beim Dauerwald („Urwald“) sind im Gegenteil zum bisherigen Altersklassenwald alle Baumgruppen in unterschiedlichen Größen und Alterklassen vorhanden. „Der Dauerwald braucht aber zwischen 100 – 150 Jahre, bis er zu einem „Urwald“ wird“, meinte Daferner.
 
Besonders lustig ging es dann bei der Station „Waldpägagogik“ zu. Ortsvorsteher Gottlob Heller durfte mit verbundenen Augen und dem Lockruf des Stadtrats Konrad Hauser testen, wie sich eine Fledermaus fühlt.
 
Oberbürgermeister Bulander und Bürgermeister Gönner konnten sich im Sägen üben. „Ich bin froh, dass es etwas beschwerlicher geklappt hat, dann dürfen wir im Rathaus bleiben“, scherzte Bulander „und werden nicht zur Waldarbeit eingezogen“.
 
Dass die Förster einen richtig guten Draht zur Natur haben, zeigte sich dann bei der letzten Station, da konnten die ersten der Gruppe gleich sieben Wildschweine – ja, echte – antreffen! Wieder einmal hat es sich gelohnt - alle waren begeistert. Kommen Sie doch auch mal mit!