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Vortrag von Bernd Jürgen Warneken zum Mössinger Generalstreik


Am 31. Januar 1933 schrieb Mössingen deutsche Geschichte. Zumindest heute gehört der Generalstreik gegen die Machtübergabe an Adolf Hitler und die Nationalsozialisten zur gerne erzählten Erinnerungskultur. Wieso fand diese Aktion des Arbeiter-Widerstands im seinerzeitigen 4.000-Seelen-Dorf am Fuß der Schwäbischen Alb und nicht in der Reichshauptstadt Berlin oder in den großen Industrierevieren des Reiches statt? Der Empirische Kulturwissenschaftler Professor Bernd Jürgen Warneken geht diesen und anderen Fragen rund um den Mössinger Generalstreik in einem Vortrag am Sonntag, dem 18. Juli 2021 ab 15:30 Uhr auf dem Löwensteinplatz (Pausa-Quartier) in Mössingen nach. Oberbürgermeister Michael Bulander wird begrüßen.

Lange Zeit spielte der Mössinger Generalstreik in der hiesigen und deutschlandweiten Erinnerungskultur kaum eine Rolle. Erst die Veröffentlichung einer zehnköpfigen Autorengruppe des Ludwig-Uhland-Instituts für empirische Kulturwissenschaft an der Eberhard-Karls-Universität Tübingen 1982 erschloss das lokale Thema für die offizielle Erinnerungskultur im Landkreis Tübingen und darüber hinaus. Über bald ein halbes Jahrhundert hinweg diskutierten Mössingerinnen und Mössinger über den Stellenwert des Generalstreiks in der Stadtgeschichte.

Seit Januar 2021 informiert die Stadt mit einem „Erinnerungskubus“ im Foyer des Rathauses dauerhaft über das überregional bedeutsame Ereignis. Bernd Jürgen Warneken leitete das Studienprojekt der EKW, dessen Ergebnisse 1982 und erneut 2012 veröffentlicht wurden.

Sein Vortrag findet im Rahmen der Reihe „50 Jahre im Feld“ anlässlich des 50-jährigen Jubiläums der Empirischen Kulturwissenschaft an der Universität Tübingen statt. Kooperationspartner ist neben dem Landkreis Tübingen die Stadt Mössingen.

Die Veranstaltung findet bei schönem Wetter auf dem Löwensteinplatz im Pausa-Quartier statt. Bei schlechtem Wetter wird die Veranstaltung in die Pausa Tonnenhalle verlegt.

Für die Teilnahme ist eine Anmeldung erforderlich unter museum@moessingen.de.

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