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Geschichtliche Entwicklung Mössingens
Teil 4: Schulzentrum, Eingemeindungen und Stadterhebung, Jahrhundertereignis Bergrutsch


Um Sie während des Jubiläumsjahres auf dem Laufenden zu halten, berichten wir monatlich zur Geschichte, zu Veranstaltungen oder auch Kurioses über Mössingen.

Schulzentrum. Mössingen entwickelte sich zum Schulzentrum für alle Schularten. Architekt Manfred Lehmbruck baute 1954 die Gottlieb-Rühle-Schule und 1967 die Friedrich-List-Realschule (heute: Gemeinschaftsschule). 1965 nahm das Evangelische Aufbaugymnasium für Südwürttemberg (heute: Firstwald-Gymnasium) seinen Betrieb auf. 1973 wurde das Quenstedt-Gymnasium eingeweiht. Daneben bestand bereits seit 1971 die Flattichschule für lernbehinderte Kinder (heute: Steinlachschule). Südlich der „Breite“ im Gewann Rosenbenz entstand in den 1970er-Jahren die Körperbehindertenförderung (KBF) mit der 1975 eingerichteten Körperbehindertenschule (KBS), heute Dreifürstensteinschule.

Eingemeindungen und Stadterhebung. Im Zuge der Gemeindereform wurden 1971 Talheim und Öschingen eingemeindet. Obwohl in beiden Orten die Bürger mehrheitlich (Talheim 57%, Öschingen 56%) eine Eingliederung ablehnten, entschied sich der jeweilige Gemeinderat dafür. Eine unechte Teilortswahl sicherte den jeweiligen Ortschaftsräten ein überproportionales Mitspracherecht in der Gesamtgemeinde. Mit den Gemeinden Ofterdingen und Bodelshausen wurde eine Verwaltungsgemeinschaft vereinbart. Im Mai 1974 entschied der baden-württembergische Ministerrat aufgrund des „städtischen Gepräges“ Mössingens zum 1. Januar 1974 mit seinen inzwischen 13.585 Einwohnern zur Stadt zu erheben.

Bürgermeister Kölle im Dezember 1973 Foto: Manfred Grohe

Jahrhundertereignis Bergrutsch. Am 12. April 1983 rutschten nach mehreren Tagen Regen am Steilhang des Hirschkopfes vier Millionen Kubikmeter Gestein ins Tal. Bis zum Ende des Monats vergrößerte sich das Geröllfeld von 25 Hektar auf das Doppelte. Der Mössinger Bergrutsch gehört damit zu den größten Bergrutschen in Baden-Württemberg innerhalb von mehr als hundert Jahren. In der entstandenen Steinwüste erholte sich die Natur sehr rasch und vielfältig. Für viele Tiere und Pflanzen eröffnete sich ein neuer Lebensraum. 2006 wurde dem Mössinger Bergrutsch das Prädikat „Nationaler Geotop“ verliehen. Er gehört seit 2016 zum „UNESCO Geopark Schwäbische Alb“.

Mössinger Bergrutsch

1250 Jahre Mössingen