Medientipp November 

Philip Roth: "Der menschliche Makel"


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Coleman Silk ist ein angesehener Professor für klassische Literatur. Nachdem er zwei abwesende Studenten als „dunkle Gestalten, die das Seminarlicht scheuen“ bezeichnet, beginnt eine Hexenjagd, denn die Studenten sind beide schwarz und Silk wird seither des Rassismus bezichtigt. Noch heftiger wird der Widerstand seiner Umgebung gegen den 71-Jährigen, als er eine Affäre mit einer 34-jährigen Putzfrau beginnt. Was niemand weiß: Silk selbst ist Afroamerikaner, der sich seine ungewöhnlich helle Haut zunutze machte, um sich als weißer Jude auszugeben und bessere Karrierechancen zu haben. Und auch seine Geliebte ist nicht, was sie auf den ersten Blick zu sein scheint.
Roths Roman thematisiert Rassismus, die Emanzipation der Frau und vor allem die Heuchelei, mit der Menschen über andere zu urteilen pflegen. Der menschliche Makel ist zweifellos eines seiner besten Werke und auch 18 Jahre nach seinem Erscheinen noch aktuell. Und er zeichnet sich durch jenen Schreibstil aus, der Roth jedes Jahr zu Recht zu einem der Favoriten für den Literaturnobelpreis machte, den er bis zu seinem Tod im Mai diesen Jahres leider nie erhalten hat.
(Lena Speidel)

Angaben zum Buch:


Autor: Philip Roth
Erscheinungsdatum: 2000
Genre: Roman
Standort in der Bücherei: Schöne Literatur Rot