Partnerschaftskomitee Mössingen e.V.

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Sternbergstraße 81
72116 Mössingen
Stadtteil: Gesamtstadt

Vorsitzende(r):
Herr Gebhard Staib
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Vereinsporträt

Die Partnerschaft zwischen dem Kanton Saint-Julien-en-Genevois und der Stadt Mössingen feierte 2020 bereits ihren 30. Geburtstag.

Mit der Tour de Ruhr vom 28.06. bis 01.07.2022 haben die Mitglieder des Partnerschaftskomitees sowie ihre französischen Freunde aus dem Partnerkanton die durch Corona unterbrochene Tradition gemeinsamer Ausflüge fortgesetzt.

Das abwechslungsreiche Programm für den Besuch des Ruhrgebiets wurde als Herzensprojekt von unserem Kassierer Werner Jähnsch, der wie seine Frau Dora aus dem Ruhrgebiet stammt, erarbeitet.

Gemeinsam ging es mit der Bahn am Dienstag nach Herne.

Am Mittwoch standen zunächst zwei industriehistorische Zechenführungen im UNESCO-Welterbe Zeche Zollverein auf dem Programm. Die Zeche war bis 1986 aktives Steinkohlebergwerk in Essen. Benannt nach dem 1834 gegründeten Deutschen Zollverein, ist sie bis heute Architektur-und Industriedenkmal. Gemeinsam mit der benachbarten Kokerei Zollverein, wo anschließend in spektakulärer Atmosphäre das Mittagessen eingenommen wurde, gehört sie seit 2001 zum Welterbe der UNESCO.

Die Halde Hohe Ward, eine Berghalde im Emscher Landschaftspark, welche aus Schüttungen mehrerer Zechen entstand und die größte Haldenlandschaft des Ruhrgebiets bildet, war ein weiterer Programmpunkt. Bei einem Spaziergang auf der Balkonpromenade war ein phantastischer Rundblick über das Ruhrgebiet möglich. Die Teilnehmer waren dabei überrascht, wie grün das Ruhrgebiet ist, hatten sie dies doch anders erwartet.

Ein weiteres Ziel war das Schiffshebewerk Henrichenburg/Waltrop, das größte und spektakulärste Bauwerk der ersten Bau-Periode des Dortmund-Ems-Kanals. Erst mit seiner Fertigstellung konnte der Kanal bis zum Dortmunder Hafen befahren werden.

Der Donnerstag stand ganz im Zeichen einer sehr spannenden und anschaulichen Führung durch zwei ehemalige Kumpels im Trainingsbergwerk Recklinghausen, welches sich unter der Berghalde einer ehemaligen Zeche in Recklinghausen-Hochlarmark befindet. Das Bergwerk wurde ursprünglich von der RAG zu Aus- und Weiterbildungszwecken genutzt. Alles, was an Technik in einem normalen Bergwerk in großer Tiefe vorhanden ist, kann hier konzentriert an einen Ort ohne lange Anfahrtswege besichtigt werden. Durch die Führungen wird an die Tradition der Bergmänner erinnert und die Geschichte des Kohlebaus greifbar gemacht. Ehemalige Kumpel berichten dabei aus erster Hand, wie sie den Arbeitsalltag unter Tage erlebt haben. Seit 2018 wird das Trainingsbergwerk Recklinghausen nicht mehr von der RAG betrieben, sondern finanziert sich über den Förderverein, der sich über jede Spende freut – zumal in Anbetracht der steigenden Energiekosten.

Weitere Programmpunkte waren die Besichtigung des ehemaligen Zechenstandorts Mont Cenis in Herne-Sodingen mit seiner neuen Nutzung als Fortbildungsakademie des Innenministeriums des Landes Nordrhein-Westfalen sowie der Bergarbeitersiedlung Teutoburgia, einer unter Denkmalschutz stehenden Zechensiedlung in Herne–Böring. Diese Siedlung ist die am besten erhaltene und kultur-sowie städtebauhistorisch wichtigste Arbeitersiedlung im Ruhrgebiet.

Weiterer Höhepunkt des Programms war das Mittagessen im Restaurant „Pferdestall“ der Zeche Zollern, auch als "Schloss der Arbeit" bekannt, einem stillgelegten Steinkohlebergwerk in Dortmund, das von 1899 bis 1966 betrieben wurde. Das ehemalige Zechengelände ist heute einer von acht Museumsstandorten des dezentral angelegten Industriemuseums des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe. Zollern gehört zu den architektonisch bemerkenswertesten Bergwerksanlagen des Ruhrgebietes. Anschließend ging es weiter zum Phoenix See in Dortmund-Hörde, einem künstlich angelegten See auf dem ehemaligen Stahlwerksareal der Hermannshütte. Das Stadtentwicklungsprojekt, das ein Wohn- und Naherholungsgebiet mit Gastronomie und Gewerbebebauung beinhaltet, wird als Leuchtturmprojekt angesehen, welches beispielhaft den Strukturwandel der Stadt Dortmund symbolisiert. Auf der Rückfahrt wurde noch kurz beim Deutschen Bergbau-Museum in Bochum Halt gemacht, dem größten Bergbaumuseum der Welt und zugleich Dokumentationszentrum und Archiv im Bereich der Montangeschichte.

Am Freitag hieß es leider schon wieder Abschied vom Ruhrgebiet nehmen. Nach der Rückfahrt mit der Bahn ließen wir zusammen mit unseren französischen Freunden die Reise in der Pizzeria „In Ernwiesen“ gemütlich ausklingen. Alle waren sich dabei einig, dass die Tour de Ruhr die Freundschaften weiter gefestigt hat.

Im Namen aller herzlichen Dank an Heiko und Bettina aus dem Ruhrgebiet sowie Werner und Dora Jähnsch für die tolle Organisation dieser unvergesslichen Reise.

Glück auf!

Gruppenbild beim Trainingsbergwerk Recklinghausen
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