Städtepartnerschaft

Grenzenlose Freundschaft mit dem Kanton St. Julien

Seit dem 13. Januar 1990 besteht eine offizielle Partnerschaft der Stadt Mössingen mit dem französischen Kanton Saint-Julien-en-Genevois / Haute-Savoie.
Dieser gingen bereits langjährige Kontakte voraus, die sich aufgrund einer Schulpartnerschaft zwischen dem Mössinger Quenstedt-Gymnasium und dem Gymnasium Madame de Stael in der Stadt Saint-Julien (www.saint-julien-en-genevois.fr) entwickelt hatten.

Inzwischen wird die Partnerschaft insbesondere durch die gegenseitigen Freundschaften und gemeinsamen Aktivitäten der beiden Partnerschaftskomitees getragen.

Zur Seite der französischen Freunde: www.jumelage-genevois-moessingen.fr

Mehr Informationen über das Partnerschaftskomitee Mössingen

35 Jahre Städtepartnerschaft

Auf Einladung der „Communauté de Communes du Genevois“ und des dortigen "Comité de Jumelage" reiste am Wochenende 2. bis 5. Oktober 2025 eine große Mössinger Delegation in den Partnerkanton, um mit einem abwechslungsreichen Programm die Partnerschaft weiter zu vertiefen.

Als vom 5. bis 7. Juli 2024 in Mössingen das Jubiläumssommerfest gefeiert wurde, kam auch die Städtepartnerschaft mit dem französischen Kanton Saint-Julien-en-Genevois nicht zu kurz. Zwei Busse, darunter das Orchester Harmonie-de-Saint-Julien, reisten zur gemeinsamen Feier der Jumelage an. Zugleich wurden rechtzeitig zum Besuch die fünf großen Tafeln, welche an den Stadteingängen und im Schulzentrum auf die jahrzehntelange deutsch-französische Partnerschaft hinweisen erneuert.

Partnerschaftstafel am Heerweg

An den wichtigsten Zufahrten in die Stadt (Heerweg, Karl-Jaggy-Straße, Ofterdinger Straße, Sebastiansweiler Straße, Reutlinger Straße, Albstraße) stehen seit langer Zeit Hinweisschilder zur Städtepartnerschaft. Eine weitere, umfangreichere Tafel erinnert an der Ecke Otto-Merz-Straße / Allee Kanton Saint-Julien an die Begründung der Städtepartnerschaft im Januar 1990.

Die Stadtverwaltung nahm im Juni 2024 nicht nur einen Austausch vor, sondern ließ die Tafeln vom Talheimer Künstler und Grafiker Manfred Zukunft in einem ansprechenderen Layout neugestalten. Unter mehreren Entwürfen entschied man sich dabei für ein eindrückliches neues Symbol: Eine deutsche und eine französische Hand sind im Handschlag vereint. In einer Zeit zunehmender nationaler Egoismen soll so klar die Bedeutung grenzüberschreitender Freundschaft und Zusammenarbeit betont werden.

Symbol der Partnerschaft

Zum Festwochenende in Mössingen kamen Anfang Juli 2024 rund 70 Gäste aus Frankreich. Die Gruppe war bunt gemischt und umfasste Vertreter der Gemeinden genauso wie Familien und Personen, die der Jumelage schon lange verbunden sind oder die deutsche Partnerstadt kennenlernen möchte. Das mit dem Sinfonischen Blasorchester Mössingen freundschaftlich verbundene Orchester Harmonie-de-Saint-Julien eröffnete gemeinsam mit diesem das Fest am Samstag ab 16:15 Uhr musikalisch. Das gemeinsame Konzert wurde vom zahlreich erschienen Publikum begeistert aufgenommen.

Der erste Bus aus Frankreich traf bereits Freitagabend ein. Die Gäste wurden im Rathaus von Oberbürgermeister Michael Bulander begrüßt und nach einem Apero von den Gastfamilien in Empfang genommen. Die Stadt erhielt ein Ölgemälde des landschaftsprägenden Berges Saleve zum Geschenk.

Am Samstagvormittag hatte das Mössinger Partnerschaftskomitee dann zunächst zum Bummel in Tübingen eingeladen, bevor am Nachmittag das erneuerte Mühlegärtle eingeweiht und anschließend beim Stadtfest gemeinsam gefeiert wurde.

Am Sonntag ging es auf dem Stadtfest weiter. Zuvor konnten die Gäste die Pausa besichtigen, bevor sie auf dem Löwensteinplatz dann gebührend verabschiedet wurden. À bientôt!

Der unmittelbar an die Schweizer Großstadt Genf grenzende Kanton Saint-Julien umfasste ursprünglich die selbstständigen Archamps, Beaumont, Bossey, Chênex, Chevrier, Collonges-sous-Salève, Dingy-en-Vuache, Feigères, Jonzier-Epagny, Neydens, Présilly, Saint-Julien-en-Genevois, Savigny, Valleiry, Vers, Viry und Vulbens.

2014 sind die territorialen Grenzen des Kantons neugestaltet worden und die Anzahl der Gemeinden im Kanton stieg auf 40. Die Städtepartnerschaft besteht aber weiterhin mit den 17 ursprünglichen Gemeinden, die sich 1996 in der Communauté de Communes du Genevois zusammengeschlossen haben.

Der Kanton Saint-Julien ist etwa 450 Kilometer südwestlich von Mössingen im französischen Département Haute-Savoie (Nr. 74) gelegen. Hauptstadt ist Annecy. Das Département unterteilt sich in vier Arrondissements, wobei das Arrondissement Saint-Julien-en-Genevois mit einer Fläche von 660 km² insgesamt 7 Kantone und 72 Gemeinden mit rund 167.000 Einwohnern umfasst. Die Stadt Saint-Julien ist damit Sitz einer Sous-Prefecture.

In unmittelbarer Nachbarschaft zum Kanton Saint-Julien-en-Genevois befinden sich die Schweizer Grenze und die eidgenössische Großstadt Genf. Als „südliche Pforte“ der Weltstadt Genf profitiert der Kanton von der Nähe zum dortigen Flughafen, der Infrastruktur und den Arbeitsplätzen. Dafür nutzen viele Schweizer die günstigeren Lebenshaltungskosten in Frankreich, um im Kanton zu wohnen und zu leben.

Das Gebiet des heutigen Kantons (ca. 65.760 Einwohner) ist mit 361,89 km² recht weitläufig. Zum Zeitpunkt der Partnerschaftsvereinbarung umfasste der damalige Kanton noch 17 selbständige Gemeinden: Archamps, Beaumont, Bossey, Chênex, Chevrier, Collonges-sous-saleve, Dingy en vuache, Feigeres, Jonzier Epagny, Neydens, Presilly, Saint-Julien-en-Genevois, Savigny, Valleiry, Vers und Viry.
Nach der kantonalen Neuverteilung Frankreichs im Jahr 2014 wurden die Gebietsgrenzen des Kantons neu gezogen. Zum 22. März 2015 wuchs die Zahl der Gemeinden im Kanton insofern von 17 auf 40.

Die meisten dieser Gemeinden haben trotz ihrer flächenhaften Ausdehnung nur relativ wenige Einwohner. Nach der Stadt Saint-Julien mit etwa 15.873 (2019) sind Collonges-sous-Salève (rd. 3.948 Einwohner), Viry (rd. 5.415 Einwohner) und Valleiry (rd. 4.935 Einwohner) die größten Orte. Die kleine selbständige Gemeinde Chevrier hat gerade einmal 626 Einwohner (alle Stand 2019).

Das Gebiet der Communauté de communes du Genevois (CCG) umfasst die 17 ursprünglichen Kantongemeinden: Archamps, Beaumont, Bossey, Chênex, Chevrier, Collonges-sous-Salève, Dingy-en-Vuache, Feigères, Jonzier-Epagny, Neydens, Présilly, Saint-Julien-en-Genevois, Savigny, Valleiry, Vers, Viry und Vulbens.
Es hat 48.000 Einwohner, darunter knapp 16.000 in der zentralen Stadt Saint-Julien-en-Genevois.

Die in der Communauté de communes du Genevois (CCG) vergleichbar einer deutschen Verwaltungsgemeinschaft oder einem Gemeindeverband zusammengeschlossenen Gemeinden, erledigen bestimmte Aufgabenbereiche, die für alle wichtig sind, als „Communauté de Communes du Genevois“ gemeinsam. Ansonsten sind sie aber weitgehend selbständig.

Zu den Gemeinschaftsaufgaben der Communauté de Communes du Genevois gehören insbesondere die wirtschaftliche und räumliche Entwicklung. Daneben aber u.a. auch der Schutz und die Verbesserung der Umwelt, die Schaffung und der Unterhalt von Straßen im gemeinschaftlichen Interesse, die Schaffung, der Unterhalt und Betrieb von kulturellen und sportlichen Einrichtungen, die Wohnungspolitik (wie beispielsweise sozialer Wohnungsbau) und der öffentliche Nahverkehr(einschließlich Schülerverkehr). Eine wichtige Grundlage der innerkantonalen Zusammenarbeit stellen außerdem die gemeinsamen partnerschaftlichen Beziehungen zur Stadt Mössingen und ihrer Bürgerschaft dar.

Präsident der Communauté de Communes du Genevois ist Florent Benoit , der 2024 neu in dieses Amt gewählt wurde. CBenoit ist gleichzeitig Bürgermeister von Vilbens, einer der Gemeinden des Kantons. Als Vizepräsidenten fungieren 12 weitere Vertreter der Kantonsgemeinden. Sie sind jeweils für bestimmte Themen zuständig. Dem Präsidenten und seinen Stellvertretern steht ein Gremium aus gewählten Räten zur Seite. Der Gemeinschaftsrat setzt sich derzeit aus 49 ordentlichen Mitgliedern und 8 Stellvertretern zusammen. Er berät regelmäßig über Strukturierungs- und Haushaltsfragen.

Karte von St. Julien (PDF)

Landschaft und Entwicklung im Kanton St. Julien

Räumlich begrenzt wird der Kanton im Westen, Süden und Osten durch die teilweise über 1.000 Meter hohen Bergrücken des Mont Salève und der Montagne de Vuache. Nach Norden fällt die Landschaft sanft zum Genfer See hin ab. Bevor dieser jedoch erreicht wird, trifft das Gebiet auf die Schweizer Grenze - eine im Jahr 1816 festgelegte Trennlinie, die eine historisch und geografisch zusammengehörende Landschaft künstlich teilt.

Unbeschadet dessen orientiert sich die Entwicklung Saint-Julien-en-Genevois' heute wie von jeher in vielen Dingen sehr stark am schweizerischen Genf. Dies gilt besonders für Handel, Gewerbe und Arbeitsmarkt; kommt aber auch durch Weltoffenheit und Toleranz zum Tragen. Andererseits profitieren die Schweizer gerne vom "savoir vivre" ihrer französischen Nachbarn.

Beherrschender Blickfang in der Landschaft des Kantons Saint-Julien ist das langgestreckte Kalkstein-Massiv des Mont Salève (Höhe bis 1380 Meter), der die Ebene im Osten regelrecht abriegelt: Unmittelbar steigen die Felswände aus der Ebene auf und nur teilweise mildern bewaldete Abschnitte den schroffen Eindruck. An der Nordseite des Mont Salève führt von schweizerischem Boden eine Seilbahn auf den französischen Bergrücken. Dessen karge Hochfläche erstreckt sich von hier etwa zehn Kilometer weit in südwestliche Richtung. Von mehreren Aussichtspunkten hat man nach Norden einen herrlichen Blick auf den Genfer See und den französischen Jura. Im Süden ragen die französischen Alpen mit dem Mont Blanc hervor. Der Kanton Saint-Julien ist vom Mont Salève aus praktisch komplett zu überblicken: Bei einer mittleren Höhenlage von ca. 500 Meter ü.d.M. bietet sich dem Auge ein lebhaftes Wechselspiel kleiner Täler, sanfter Hügel und einiger felsiger Erhebungen. Die jahrhundertelange vorwiegend landwirtschaftliche Nutzung des Gebiets prägt auch heute noch die Landschaft, die übersäht ist mit kleinen Weilern und einzelnen Gehöften.

Seit einigen Jahren siedeln sich, vor allem in den grenznahen französischen Gemeinden, gerne Gewerbe- und Dienstleistungsbetriebe an. Sie nutzen geschickt die unterschiedlichen Rahmenbedingungen im Grenzland zwischen der EU und der Schweiz. In der Kantonsgemeinde Archamps wurde daher ein 40 Hektar großes Gebiet als internationaler Businesspark ausgewiesen, wo mittlerweile etliche hochmoderne Firmen, aber auch ein Großkino mit begleitender Erlebnisgastronomie ansässig sind.

Neben der Wirtschaftsförderung setzt die Region inzwischen verstärkt auf die Entwicklung touristischer Angebote (www.tourisme-genevois.fr). Die weitgehend ursprüngliche, oft spektakuläre Natur der zwischen 450 und 750 Meter Höhe gelegenen Luftkur-Region ermöglicht dabei vielfältige Freizeitmöglichkeiten.

Trotz starkem Bevölkerungswachstum (der Kanton hat heute etwa 38.200 Einwohner) ist es bisher gelungen, den ursprünglichen Reiz und individuellen, ländlichen Charakter der Dörfer weitgehend zu bewahren. Als einzige Stadt hebt sich die Ville de Saint-Julien durch eine mehr urbane Struktur mit Behörden, Schulen, Dienstleistungseinrichtungen sowie umfangreicherem Handel und Gewerbe ab. Es sind dies Angebote, die vielfach auch von den übrigen Bewohnern des Kantons in Anspruch genommen werden.

Da der Kanton Saint-Julien geografisch eine Einheit bildet, ist den 17 Gemeinden daran gelegen, auch in der Verwaltung zusammenzuarbeiten. Diese Kooperation erfolgt über verschiedene Zweckverbände (z.B. für Schülerbeförderung, Abwasserentsorgung) sowie seit 1996 über die Organisationsform einer "Gemeinschaft der Gemeinden" (Communauté de Communes du Genevois).
Beim Mössinger Stadtball am 13. Januar 1990 unterzeichneten der damalige Mössinger Bürgermeister Hans Auer und der damalige Präsident des Kantons Saint Julien, André Duval, eine Urkunde, welche die bereits existierende Freundschaft zwischen den Gemeinden nun auch auf eine formelle Grundlage stellte. Ihre Nachfolger, Mössingens Bürgermeister Fifka und Kantonspräsident Gaud förderten die vitale Partnerschaft gerne weiter.

Inzwischen sind es Oberbürgermeister Michael Bulander und Präsident Florent Benoit, die zusammen mit den beiden Partnerschaftskomitees und vielen Unterstützern engagiert die langjährige Jumelage pflegen.

35 Jahre Partnerschaft - eine mit gemeinsamen Aktivitäten erfüllte Zeit, die sich rückblickend nicht nur als völkerverbindender Erfolg, sondern als Bereicherung für all die vielen beteiligten Menschen darstellt.

Denn die deutsch-französische Partnerschaft hat über die Jahre in Mössingen zahlreiche schöne Spuren hinterlassen. So gibt es mit der Allee Kanton St. Julien beispielsweise eine wichtige Straße, die nach dem Partnerkanton benannt ist und an der ein Schild, eine Rose sowie ein Maronenbaum an die Partnerschaft erinnern, es ist ein Naturspielplatz vorhanden, der von deutschen und französischen Jugendlichen angelegt wurde und für den das Partnerschaftskomitee eine Patenschaft übernommen hat. Boule ist auch in Mössingen mittlerweile eine beliebte Freizeitbeschäftigung, die so ganz und gar unschwäbisch daherkommt. Und natürlich gibt es nach wie vor einen regen Austausch zwischen den Schülern, aber auch Vereinen. Die Liste der gemeinsamen Aktivitäten ist lang und wird jedes Jahr länger.

Dass die Städtepartnerschaft viele gute private Kontakte und Freundschaften gebracht hat, braucht da kaum noch erwähnet werden. Mit den Feierlichkeiten zum 25-jährigen Partnerschaftsjubiläum kamen weitere.
Im Jahr 2025 wird bereits das 35-jährige Partnerschaftsjubiläum gefeiert. Dieses Mal mit einem Treffen Anfang Oktober im Kanton Saint-Julien.

Neben der "offiziellen" Partnerschaft auf kommunaler und schulischer Ebene bestehen viele langjährige Kontakte zwischen den beiderseitigen Vereinen, Organisationen und Familien. Sie alle werden durch ungezählte persönliche Freundschaften geprägt.

Doch auch neue Kontakte entstehen fortwährend und werden auf Wunsch gerne vermittelt. Wer sich am weiteren Ausbau der deutsch-französischen Partnerschaft zwischen der Stadt Mössingen und dem Kanton Saint-Julien beteiligen möchte, ist hierzu jederzeit herzlich eingeladen und willkommen.

Schild in Mössingen
Das Partnerschaftstreffen im Kanton Saint-Julien-en-Genevois

Vive les 35 ans de jumelage!


Aus Anlass des 35-jährigen Bestehens der Städtepartnerschaft reiste am langen Wochenende 02. - 05. Oktober 2025  eine große Mössinger Delegation mit drei Bussen in den Partnerkanton Saint-Julien-en-Genevois mit seinen 17 weitgehend selbständigen Gemeinden. Mit dabei waren neben Vertretern des Gemeinderats, der Stadtverwaltung und Bürgerschaft, samt Oberbürgermeister Michael Bulander, auch zahlreiche Mitglieder der Vereine Partnerschaftskomitee Mössingen und Harmonika-Club Mössingen sowie das Ensemble des Sinfonischen Blasorchesters (SBO), welches eigenständig anreiste. 

Nach einer gut achtstündigen Anreise die quer durch die Schweiz führte, trafen die beiden städtischen Busse am Donnerstagabend in Neydens im Partnerkanton ein. Nach einer herzlichen Begrüßung verteilte man sich in die Gastfamilien oder auch ins Hotel. 

Am Freitag, 3. Oktober, stand für die meisten zunächst ein Besuch des CERN an. Einige fuhren aber auch mit der Seilbahn auf den Hausberg Saléve. Das CERN, die Europäische Organisation für Kernforschung, ist eine internationale Großforschungseinrichtung in Genf, die teilweise in Frankreich und teilweise in der Schweiz liegt. Am CERN wird physikalische Grundlagenforschung betrieben, insbesondere wird mit Hilfe großer Teilchenbeschleuniger der Aufbau der Materie erforscht. 
Dank einer sehr sachkundigen und spannenden Führung durch Dr. Klaus Rabbertz, der am CERN lehrt und forscht, bekam die Gruppe viele Insider-Eindrücke. Im hochmodernen Besucherzentrum erfuhr man nicht nur, wie Teilchenbeschleuniger funktionieren und was es mit den berühmten Higgs-Elementarteilchen auf sich hat, sondern zum Beispiel auch, dass das Internet (World Wide Web) seine Ursprünge am CERN hatte. Viele fundamentale Erkenntnisse über den Aufbau der Materie und die Grundkräfte der Physik die am CERN gewonnen wurden, führten später aber beispielsweise auch in der Medizin zu großen Innovationen. Zum Abschluss der Visite durfte die Gruppe dann sogar noch im hervorragenden Restaurant des CERN speisen.

Nach Rückfahrt und kurzer Pause ging es für die kommunalen Vertreter bereits am späten Nachmittag mit einem offiziellen Empfang durch Communauté de Communes du Genevois (CCG) in Archamps weiter. Durch Präsident Florent Benoit, die Parlamentsabgeordnete und Departementsrätin Virginie Duby-Muller, die Bürgermeisterinnen und Bürgermeister des Kantons und die Präsidentin des Comité de Jumelage Christine Cacouault wurden die Gäste nochmals herzlich begrüßt. 
Florent Benoit betonte in seiner Ansprache, dass die deutsch-französische Freundschaft keine Floskel ist, sondern es gerade in der heutigen Zeit voller Unsicherheiten und Konfrontationen besonders wichtig ist, die Brücke zwischen den Völkern nicht nur zu erhalten, sondern auszubauen. Dies sei man nicht zuletzt der Jugend schuldig. Seit 1990, dem offiziellen Beginn der Partnerschaft, habe es daher einen vielfältigen Austausch gegeben, der sie mit Leben erfüllte. Nach nunmehr 35 Jahren wolle man die Jumelage in Offenheit und Vertrauen auch weiter wachsen lassen und freue sich daher sehr über den Besuch der Freunde.
Oberbürgermeister Michael Bulander machte seinerseits deutlich, dass der Besuch auch für die Mössinger eine Herzensangelegenheit sei und man sich freue, neben vielen guten Bekannten auch viele neue Gesichter zu sehen. Diese schwäbisch-savoyardische Partnerschaft sei ein lebendiges Zeichen der Freundschaft, des Vertrauens in das Verbindende und trage dazu bei, Europa im Innersten zusammenzuhalten. „Gerade derzeit wird deutlich, wie sehr wir Orte, Worte und Begegnungen brauchen, die uns daran erinnern, dass Zusammenarbeit nicht nur möglich sondern notwendig ist“, so Bulander. Er wünsche sich daher sehr, dass der Weg der Partnerschaft genauso erfolgreich weiter gehe.

Nach dem Frühstück bei den Gastgebern, standen für die Gäste am Samstag, 4. Oktober,  weitere Aktivitäten zur Auswahl: Ein Besuch im malerischen Städtchen Carouge, die Seilbahnfahrt hoch auf den Saléve mit dortiger Führung oder auch eine Wanderung nahe den Bergen des Vuache.
Nachmittags ab 17 Uhr gingen dann die Türen der Veranstaltungshalle ECLA in Vulbens auf, wo eine halbe Stunde später der Harmonika-Club aus Mössingen ein hervorragendes Konzert bot. Musikalisch weiter ging es mit ebenso bejubelten Konzerten der Harmonie de Saint-Julien, dirigiert von Nicolas Guichard und des Sinfonischen Blasorchesters aus Mössingen und Leitung von Michael Koch. Beide Klangkörper vereinten sich zum Schluss noch zu einem großen Orchester und die gemeinsam gespielte Europahymne sorgte nicht nur für „emotionale Gänsehaut“ sondern auch begeisterte Standing-Ovations.
Vor dem gemeinsamen Abendessen ergriffen dann nochmals Präsident Florent Benoit und Oberbürgermeister Michael Bulander das Wort.

Florent Benoit, auch Bürgermeister von Vulbens, betonte dass 35 Jahre voller Begegnungen, kulturellen Austausches, Schülerreisen, gemeinsamer Momente in Familien voller Lächeln, und gegenseitigem Kennenlernen, Erinnerungen sind, welche die Partnerschaft erst wachsen und leben ließen. Er dankte allen herzlich, die dazu beitrugen, „den gewählten Vertretern, die sie ins Leben gerufen haben und die sie weiterhin mit Überzeugung tragen, den Vereinen und Partnerschaftskomitees, welche die Begegnungen mit Leidenschaft organisieren,
und vor allem den Gastfamilien, die ihre Häuser und Herzen öffnen und so jeden
Besuch unvergesslich machen“. 
In einer von so vielen Unsicherheiten geprägten Welt seien Städtepartnerschaften unverzichtbare Orientierungspunkte. Sie erinnerten daran, dass Frieden und Freundschaft zwischen den Völkern zuerst in der Nähe entstehe - im einfachen Austausch des Alltags, in der Neugier für den anderen. Und sie würden auch daran erinnern, dass Europa nicht nur aus Institutionen oder Verträgen bestehe, sondern dass es lebe – nicht zuletzt in der Freundschaft zwischen Mössingen und dem Genevois, im Willkommen einer Familie, im Lachen eines Kindes das eine andere Sprache lerne, in den Klängen eines deutsch-französischen Orchesters, das gemeinsam spiele.
Das 35-jährige Jubiläum der Städtepartnerschaft sei somit ein Fest der Freundschaft und Brüderlichkeit. Aber auch eine Vision für die Zukunft - damit in weiteren 35 Jahren andere Generationen sagen könnten: „Wir waren dabei, wir haben dieses Band gelebt, und wir sind dadurch bereichert worden."

Michael Bulander stimmte dem gerne zu. Die deutsch-französiche Freundschaft werde immer wichtiger und sei Voraussetzung, um die Einheit und Stabilität Europas zu wahren. Dass man mit drei Bussen gekommen sei, mache eindrucksvoll deutlich, „zwischen unseren Ländern, zwischen den Menschen aus dem Kanton Saint-Julien und aus Mössingen gibt es eine Freundschaft, die Grenzen überwindet, die Menschen zusammenführt und die Europa lebendig macht“. Dies sei keine Selbstverständlichkeit, sondern bedürfe ständiger Pflege in Form von persönlichen Begegnungen, Gesprächen, gemeinsamem Lachen, aber auch fröhlichen Festen, wie man sie gerade wieder erlebe. Und man stehe quasi „auf den Schultern von Menschen, die mit Weitblick diese Partnerschaft begründeten“. 
Er erinnerte hier an den damaligen Mössinger Bürgermeister Hans Auer und an den damaligen Kantonspräsidenten André Duval. Diese hätte gemeinsam den Grundstein gelegt indem sie 1990 die Partnerschaftsurkunden unterzeichneten. Allerdings mache eine Urkunde allein noch keine Freundschaft. „Freundschaft wächst durch Begegnung“. Diese seien seither durch tausende Menschen, viel Savoyer Käse und viel Mössinger Bier, geprägt worden. Mit einem herzlichen Dank an alle Beteiligten rief Bulander dazu auf „lassen Sie uns den Mut haben, immer wieder neue Brücken zu bauen zwischen Menschen, Generationen und Kulturen.“
Unter Verweis darauf, dass die Hinweisschilder auf die Jumelage an den Mössinger Stadteingängen 2024 vom Talheimer Künstler Manfred Zukunft neugestaltet und dann erneuert wurden, hob Bulander hervor: „Die neuen Schilder zeigen den Handschlag von Franzosen und Deutschen. Sie sind nicht nur ein Bild, sie sind ein Versprechen, dass wir uns gegen nationalen Egoismus stellen und gemeinsam für Freundschaft und Zusammenarbeit über unsere Ländergrenzen hinaus eintreten.“ Daher machte er eine solche Tafel mit dem symbolischen Handschlag auf die Partnerschaft der CCG zum Geschenk und übergab sie an Präsident Florent Benoit, der sich sehr darüber freute.
Ganz im Sinne der Begegnung wurde der Abend schließlich mit einem langen französischen Abendessen fortgesetzt, dessen Abschluss eine Riesentorte mit Wunderkerzen und ein DJ mit Tanzmusik bildeten – beides wurde ausgiebig genossen.

Nach diesem langen Abend stand am letzten Tag noch ein leckerer Brunch der Gäste und Gastgeber im ECLA auf dem Programm, ein weiteres Konzert des Harmonika-Clubs und am späten Sonntagmittag schließlich ein ebenso herzlicher wie emotionaler Abschied, verbunden mit der gegenseitigen Versicherung:
Vive le jumelage entre Mössingen et la Communauté de Communes du Genevois! Au revoir les amis, et à bientôt!