Sehenswert

Bergrutsch Hirschkopf

Führungen durch Bergrutschführer Armin Dieter
Blick zum Bergrutsch
72116 Mössingen
Stadtteil: Kernstadt
Am 12.April 1983 ereignete sich am Mössinger Hirschkopf der größte Bergrutsch Baden-Württembergs seit über 100 Jahren.
Ausgelöst durch tagelange starke Regenfälle und die besondere geologische Formation. Auf ca. 50 Hektar rutschten 5 bis 6 Millionen Kubikmeter Erde und Geröll mit einem Gewicht von 9 bis 10 Millionen Tonnen zu Tal.

Der Mössinger Bergrutsch gilt als Jahrhundertereignis und ist ein imposantes Lehrbeispiel für die Rückverlagerung der Schwäbischen Alb. Hier zeigt die Natur eindrucksvoll auf, wie das Rückschreiten des Albtraufs, der einst in der Stuttgarter Gegend verlief, vonstatten geht. Durchschnittlich weicht die Schwäbische Alb 1,6 mm pro Jahr zurück. Am Hirschkopf bei Mössingen waren es jedoch an der tiefsten Stelle 32 Meter in wenigen Stunden.

Wir sind hier somit am Albtrauf bei Mössingen der Zeit statistisch gesehen um 20.000 Jahre voraus. Auch die Wiederbesiedlung einer totgesagten Landschaft nach einer angeblichen Naturkatastrophe, konnte einmalig und eindrucksvoll mitverfolgt werden.

Das Rutschgelände ist auch heute noch nicht ganz zum Stillstand gekommen und hat sich in den letzten Jahren inoffiziell auf knapp achtzig Hektar ausgedehnt.

1988 wurden 39,4 Hektar zum Naturschutzgebiet erklärt.
Am 12. Mai 2006 erhielt der Mössinger Bergrutsch von der Akademie der Geowissenschaften e. V. unter Beteiligung der UNESCO als einer der „bedeutendsten Geotope Deutschlands“ das Prädikat „Nationaler Geotop" verliehen.

Das Schutzgebiet darf nur auf den ausgeschilderten Wegen betreten werden.  Informationen dazu gibt eine Übersichtstafel auf dem Parkplatz "Bergrutsch". Dieser ist über den Stadtteil Talheim ausgeschildert.

Bei den von Herrn Armin Dieter angebotenen Führungen kann man sich genauer über die Ursachen und die Entwicklung des Bergrutsches sowie der Tier- und Pflanzenwelt vom ersten Tag an (auch anhand von einzigartigem Bildmaterial) informieren.
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Hinweise
  • Naturdenkmal
  • Sehenswertes in der Stadt
  • Touristische Wege