100 Jahre Pausa -         100 Jahre Bauhaus

Ein Jubiläumsprogramm

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Mit einer Finissage geht am 24. November um 17 Uhr das abwechslungsreiche Jubiläumsprogramm aus Ausstellung, Theater, Musikaufführungen, Vorträgen und Führungen anlässlich "100 Jahre Pausa - 100 Jahre Bauhaus" zu Ende.  In Kooperation mit zahlreichen Partnern hatte die Stadt Mössingen über 60 Veranstaltungen konzipiert, die Sehens- und Wissenswertes zur ehemaligen Mössinger Textildruckerei Pausa und deren Beziehungen zum Bauhaus beinhalteten.
 
Das Areal der ehemaligen Textilfabrik Pausa in Mössingen ist ein besonderer Ort mit einer außergewöhnlichen Atmosphäre. Solche besonderen Orte können Rahmenbedingungen für Innovation und Fortschritt bieten - und bei der Pausa war das von Beginn an der Fall.

Pausa Verwaltungsgebäude mit Bogenhalle in den 1950er Jahren                     Pausa Verwaltungsgebäude mit Bogenhalle im Jahr 2019

1919 übernahmen die Gebrüder Löwenstein die 1871 gegründete Mössinger Weberei und legten den Grundstein der Pausa in Mössingen. Mit ihnen kam die Bauhausidee nach Mössingen. Auch das Bauhaus feiert 2019 den hundertsten Geburtstag.

Die Stadt Mössingen begeht das Pausa-Jubiläum, gefördert im Fonds Bauhaus heute der Kulturstiftung des Bundes, mit einer spannenden Ausstellung in der Pausa-Tonnenhalle, einem großformatigen Theaterprojekt des Theaters Lindenhof in der Pausa-Bogenhalle, verschiedenen musikalischen Aufführungen sowie Vorträgen und mehr. Bis 24. November sind alle Interessierten zu einer formenreichen und farbenfrohen Auseinandersetzung mit der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft der Pausa und den Ideen des Bauhauses auf dem Areal der Pausa eingeladen.

Einen kurzen Abriss zur Geschichte der Pausa finden Sie weiter unten auf dieser Seite.


Parkplätze:
Im Pausa-Quartier sind nur wenige Parkplätze vorhanden. Empfohlen wird daher insbesondere der große Parkplatz in der Breitestraße/Ecke Goethestraße, der nur etwa 5 Gehminuten entfernt ist.

Das Festival wird gefördert durch die Kulturstiftung des Bundes im Fonds Bauhaus heute
Logo Kulturstiftung des Bundes                                

In Kooperation mit:

Logo Theater Lindenhof  Logo Jugendmusikschule Steinlach e.V. Logo Löwensteinforschungsverein  Logo ARTmössingen


Mit freundlicher Unterstützung von:
Logo Kreissparkasse Tübingen  Logo Firma Eroglu Mössingen  Logo der Volksbank Tübingen eG


Die Geschichte der Pausa in Mössingen:

Nach dem Erwerb durch die Gebrüder Löwenstein im Jahr 1919 und den erfolgreichen 1920er Jahren sahen sich die jüdischen Firmeneigentümer in der NS-Zeit gezwungen, die Firma Pausa weit unter Wert zu verkaufen und zu emigrieren. Käufer war die Firmengruppe Burkhardt-Greiner. Unter dem neuen künstlerischen Leiter und späteren Unternehmenschef Willy Häussler, wurden 1951 bis 1961 neue Firmengebäude an der Karlstraße (heute: Karl-Jaggy-Straße) erbaut. Sie sind ein Werk des Architekten Manfred Lehmbruck und stehen in der Tradition des Neuen Bauens. Sie repräsentierten das gestalterische Prinzip der Firma. Nicht nur die Architektur, auch die Produkte zeichneten sich durch Modernität und Variationsreichtum auf hohem gestalterischem Niveau aus. Als Hersteller von künstlerisch höchst anspruchsvollen Dekorationsstoffen, deren Fertigung Kunst, Handwerk und Industrie verband, fand die Pausa zurück zur Tradition des Werkbundes und Bauhauses.
In der „schwäbischen Provinz“ führte das Zusammenspiel von künstlerischem Anspruch und handwerklicher Kompetenz dabei über viele Jahrzehnte hinweg zu außergewöhnlichen Ergebnissen. Künstler wie Willi Baumeister, Andreas Felger, HAP Grieshaber, Anton Stankowski oder der Däne Verner Panton entwarfen für das Mössinger Unternehmen „Künstlerstoffe“ von Weltformat.
 
Dem Wandel in der Textilindustrie konnte die Pausa lange trotzen, doch 2001 wurde der Niedergang unausweichlich und führte zur dramatischen Insolvenz.
 
Noch vor 15 Jahren stand der Abbruch des Gebäudeensembles zur Debatte. Beinahe wären die materiellen und immateriellen Schätze dieses Gesamtkunstwerks, das ein beispielloses Abbild deutscher Geschichte darstellt, vernichtet worden. Doch der Ort trägt noch immer die Spuren seiner Geschichte in sich. Das ist überall sicht- und spürbar: in der einzigartigen Architektur, in zehntausenden von Stoffmustern, in unzähligen Details. Mittlerweile ist das Areal  zum Teil unter Gesichtspunkten des Denkmalschutzes renoviert und neu genutzt, die Stoffsammlung aufwendig restauriert und katalogisiert worden, zum anderen Teil aber noch eine Industriebrache – ein Gelände, das die Neugier der Besucher weckt.