100 Jahre Pausa -         100 Jahre Bauhaus

Ein Jubiläumsprogramm

Logo 100 Jahre Pausa                   Logo 100 Jahre Bauhaus
Im Jahr 2019 begeht die Stadt Mössingen das Jubiläum "100 Jahre Pausa - 100 Jahre Bauhaus", welches mit Ausstellung, Theater- und Musikvorstellungen und vielem mehr gefeiert wird. Das detaillierte Programm finden Sie weiter unten auf dieser Seite als PDF-Link.
 
Besondere Orte können Rahmenbedingungen für Innovation und Fortschritt bieten. Das Areal der ehemaligen Textilfabrik Pausa in Mössingen ist ein solcher Ort.
Pausa Verwaltungsgebäude mit Bogenhalle in den 1950er Jahren                     Pausa Verwaltungsgebäude mit Bogenhalle im Jahr 2019
1919 übernahmen die Gebrüder Löwenstein die 1871 gegründete Mössinger Weberei und legten den Grundstein der Pausa in Mössingen. Mit ihnen kam die Bauhausidee nach Mössingen. Auch das Bauhaus feiert 2019 den hundertsten Geburtstag.

Die Stadt Mössingen begeht das Pausa-Jubiläum, gefördert im Fonds Bauhaus heute der Kulturstiftung des Bundes, mit einer spannenden Ausstellung in der Pausa-Tonnenhalle, einem großformatigen Theaterprojekt des Theaters Lindenhof in der Pausa-Bogenhalle, verschiedenen musikalischen Aufführungen sowie Vorträgen und mehr. Sie lädt alle Interessierten zu einer formenreichen und farbenfrohen Auseinandersetzung mit der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft der Pausa und den Ideen des Bauhauses auf dem Areal der Pausa ein. Zusammen mit Künstlern und Kulturschaffenden aus der Region begibt sich die Stadt auf Spurensuche. Eine verspielte, experimentelle und interdisziplinäre Annäherung.

Symphonisches Konzert der Württembergischen Philharmonie Reutlingen am Samstag, 29. Juni 2019

Programm und Kartenvorverkauf:

Das umfangreiche Jubiläumsprogramm können Sie hier als pdf-Datei herunterladen.

Der Vorverkauf für die Theatervorstellungen und die musikalischen Aufführungen läuft ab dem 1.4.2019.
Karten erhalten Sie beim Theater Lindenhof; Sie können die Karten telefonisch oder persönlich während der Kartenbürozeiten, sowie rund um die Uhr online, erwerben.
 
Öffnungszeiten des  Service- und Kartenbüros:
Montag bis Freitag  10:00 - 18:00  Uhr
Unter den Linden 18, 72393 Burladingen-Melchingen,
Telefon:   07126/92 93 94
E-Mail: karten@theater-lindenhof.de
Zusätzlich stehen Ihnen die Vorverkaufsstellen des KulturTicket NeckarAlb zur Verfügung.

Gefördert durch die Kulturstiftung des Bundes im Fonds Bauhaus heute
Logo Kulturstiftung des Bundes                                

In Kooperation mit:

Logo Theater Lindenhof  Logo Jugendmusikschule Steinlach e.V. Logo Löwensteinforschungsverein  Logo ARTmössingen


Mit freundlicher Unterstützung von:
Logo Kreissparkasse Tübingen  Logo Firma Eroglu Mössingen  Logo der Volksbank Tübingen eG

Die Geschichte der Pausa in Mössingen:

Nach dem Erwerb durch die Gebrüder Löwenstein im Jahr 1919 und den erfolgreichen 1920er Jahren sahen sich die jüdischen Firmeneigentümer in der NS-Zeit gezwungen, den Betrieb weit unter Wert zu verkaufen und zu emigrieren. Käufer war die Firmengruppe Burkhardt-Greiner. Unter dem neuen künstlerischen Leiter und späteren Unternehmenschef Willy Häussler, wurden 1951 bis 1961 neue Firmengebäude an der Karlstraße (heute: Karl-Jaggy-Straße) erbaut. Sie sind ein Werk des Architekten Manfred Lehmbruck und stehen in der Tradition des Neuen Bauens. Sie repräsentierten das gestalterische Prinzip der Firma. Nicht nur die Architektur, auch die Produkte zeichneten sich durch Modernität und Variationsreichtum auf hohem gestalterischem Niveau aus. Als Hersteller von künstlerisch höchst anspruchsvollen Dekorationsstoffen, deren Fertigung Kunst, Handwerk und Industrie verband, fand die Pausa zurück zur Tradition des Werkbundes und Bauhauses.
In der „schwäbischen Provinz“ führte das Zusammenspiel von künstlerischem Anspruch und handwerklicher Kompetenz dabei über viele Jahrzehnte hinweg zu außergewöhnlichen Ergebnissen. Künstler wie Willi Baumeister, Andreas Felger, HAP Grieshaber, Anton Stankowski oder der Däne Verner Panton entwarfen für das Mössinger Unternehmen „Künstlerstoffe“ von Weltformat.
 
Dem Wandel in der Textilindustrie konnte die Pausa lange trotzen, doch 2001 wurde der Niedergang unausweichlich und führte zur dramatischen Insolvenz.
 
Noch vor 15 Jahren stand der Abbruch des Gebäudeensembles zur Debatte. Beinahe wären die materiellen und immateriellen Schätze dieses Gesamtkunstwerks, das ein beispielloses Abbild deutscher Geschichte darstellt, vernichtet worden. Doch der Ort trägt noch immer die Spuren seiner Geschichte in sich. Das ist überall sicht- und spürbar: in der einzigartigen Architektur, in zehntausenden von Stoffmustern, in unzähligen Details. Mittlerweile ist das Areal  zum Teil unter Gesichtspunkten des Denkmalschutzes renoviert und neu genutzt, die Stoffsammlung aufwendig restauriert und katalogisiert worden, zum anderen Teil aber noch eine Industriebrache – ein Gelände, das die Neugier der Besucher weckt.