Aktuelles

Veranstaltungen und Projekte der städtischen Integrationsarbeit
Bei sommerlichen Temperaturen trafen sich Engagierte des Mössinger Dolmetscher-Netzwerks zum Austausch über ihre Arbeit im Café der Kulturscheune mit dem Integrationsbeauftragten.

Dolmetscher Treffen 11.07.2018 (1)

Dolmetscher Treffen 11.07.2018 (3)
Die Mössinger Förderanträge im Rahmen der „VwV Integration“ wurden vom Ministerium für Soziales und Integration beide bewilligt. Damit übernimmt das Land 80% der mit dem Dolmetscher-Netzwerk verbundenen Kosten und fördert zudem den Aufbau einer Gruppe „Interkultureller Elternmentor_innen“ in Mössingen mit einem Anteil von 60%. Diese sollen zugewanderte Eltern unterstützen, sich im Bildungswesen zurecht zu finden und eine gute Zusammenarbeit zwischen KiTas, Schulen und Eltern unterstützen
Der Mössinger Gemeinderat hat am 25. Juni einstimmig einen Beteiligungsprozess beschlossen, an dessen Ende ein Integrationskonzept für die Stadt Mössingen stehen soll. Der Prozess wird von Herbst 2018 bis Herbst 2019 dauern und wird von einem Moderationsteam der Führungsakademie Baden-Württemberg begleitet. Ziel ist eine Vernetzung verschiedener Akteure und die Abstimmung gemeinsamer Ziele und Maßnahmen.
Bild eines Whiteboards in dere Dolmetscher SchulungDie Stadtverwaltung hat sich zum Ziel gesetzt, die Kommunikation mit den Bürgerinnen und Bürgen zu  verbessern. Am 6. und 7. März fand – in zwei Gruppen – die Auftaktschulung mit 30 Mitarbeitenden der Stadtverwaltung statt. Die Referentin, Krishna-Sara Helmle, arbeitet mit ihrer Agentur textöffner seit einigen Jahren als Trainerin und „Übersetzerin für Leichte Sprache“. „Das Thema ist immer mehr im Kommen“, sagt sie. „Aber Mössingen ist die erste Stadtverwaltung in der Region, die diesen Prozess angeht. Ich finde es sehr spannend, hier dabei zu sein.“
Im Zentrum der Schulung standen die Fragen: Wie kann ich mich im Gespräch einfach und trotzdem korrekt ausdrücken? Wie begegne ich meinem Gegenüber auf Augenhöhe? Welche Möglichkeiten haben wir, offizielle Schreiben und Bescheide zu vereinfachen?
Der Integrationsbeauftragte der Stadt, Boris Kühn, hat das Thema eingebracht, sagt aber auch: „Es ist nichts, was sich nur an Geflüchtete oder nur an Migranten richtet. Auch Ältere und Menschen mit Behinderung profitieren von einer vereinfachten Sprache. Möglichst viele Bürgerinnen und Bürger sollen ohne fremde Hilfe zurechtkommen und verstehen, was man von ihnen will“.
Bei der Stadt Mössingen gibt es jetzt sprachliche Unterstützung: Zweisprachige Bürgerinnen und Bürger dolmetschen bei Angelegenheiten auf dem Rathaus, bei Elterngesprächen in Kindergärten oder Schulen, bei Beratungsgesprächen oder beim Arzt. Die Dolmetschenden erhalten eine Aufwandsentschädigung, die von der Stadtverwaltung übernommen wird.
Die ersten 15 Dolmetscher_innen wurden am 29. und 30. November 2017 in einer Schulung auf ihre Tätigkeit vorbereitet.
Dolmetscher Gruppenfoto
Zum Dolmetscher-Netzwerk gehören auch sechs Mitarbeitende der Stadtverwaltung, die ebenfalls zwei oder mehrere Sprachen beherrschen. Sie können „auf dem kurzen Dienstweg“ zum mündlichen Übersetzen angefragt werden. Das Angebot des verwaltungsinternen Dolmetscher-dienstes ist auch als eine Maßnahme zur interkulturellen Öffnung der Stadtverwaltung zu sehen.
Weitere Informationen finden Sie hier.
Wir freuen uns über weitere Mitwirkende. Alle in Mössingen gesprochenen Sprachen sind willkommen!

Am 21.7. 2017 lud die Redaktion von TÜnews-International gemeinsam mit dem Mössinger Flüchtlings- und Integrationsbeauftragten, Boris Kühn, in die PAUSA Tonnenhalle ein. Etwa 15 Geflüchtete und einige Engagierte des Freundeskreis Asyl waren der, relativ spontanen, Einladung gefolgt. Moderiert wurde die Veranstaltung von Kamila Alali und Mohammad Nazir Momand, die beide selbst 2015 als Asylbewerber nach Deutschland gekommen sind.
TüNews

Die Themen der Diskussionsrunde waren schnell gefunden: Die schwierige Suche nach einer eigenen Wohnung, die eventuelle Unterbringung durch die Stadt, Job- und Ausbildungssuche oder Erfahrungen mit Dolmetscherdiensten. Manche Fragen konnten direkt beantwortet werden, anderes blieb als Problem oder Anregung im Raum und wird der TÜNews-Redaktion Stoff für Artikel und Anregungen zur Recherche bieten. Der Ansatz solcher Gesprächs- und Informationsveranstaltungen soll fortgeführt werden. Einerseits, damit mehr und mehr mit Geflüchteten – statt über sie – gesprochen wird, sie ihre Schwierigkeiten und Erfolge aus erster Hand berichten können. Andererseits, um ihnen ein besseres Wissen über ihre eigene Situation, ihre Rechte und Pflichten, zu vermitteln.
Referentin: Verena Brenner M.A., freiberufliche Trainerin und Mediatorin
 
Die ehrenamtliche Arbeit mit Geflüchteten ist eine sehr wichtige, bereichernde, aber auch anspruchsvolle Aufgabe. Auch Missverständnisse und Vorurteile können, teils unbewusst, auf beiden Seiten eine Rolle spielen. (Interkulturelle) Sensibilität ist also gefragt und eine entsprechende Kompetenz von großer Bedeutung.
Im Workshop ging es um die eigene und andere Kulturen, um unterschiedliche gesellschaftliche Rollen, Privilegien und Zwänge - denn all das prägt die Kommunikation zwischen Ehrenamtlichen und Geflüchteten.