Die Stadterneuerung zählt zu den wesentlichen planerischen Aufgaben der Kommune und ist für die Stadtentwicklung Mössingens von großer Tragweite. Einen wichtigen Teilbereich bilden die gesetzlichen Sanierungsmaßnahmen (§ 136 ff. BauGB) zur Behebung städtebaulicher Mängel. Die Umsetzung basiert meist auf der finanziellen Förderung durch Bund und Land, wodurch bereits Schlüsselprojekte wie die Innenstadt und die Tonnenhalle realisiert werden konnten.
Durch die Stadtsanierung werden Quartiere modernisiert, was die Attraktivität des Wohnraums steigert und städtebauliche Defizite behebt. Zudem fördert diese Maßnahme die örtliche Wirtschaftskraft und macht die Stadtteile bereit für die Zukunft.
Die Stadt Mössingen engagiert sich in folgenden Sanierungsgebieten:
Sanierungsgebiet INNENSTADT II
Die Innenstadt im Bereich der Bahnhofstraße/Marktplatz/Stadtplatz und das historische Zentrum beim alten Rathaus im Bereich der Falltorstraße/Rathof haben eine Schlüsselfunktion bezüglich der Außenwirkung des Images der Stadt Mössingen als attraktiver Wohn- und Wirtschaftsstandort. Dem Leitbildprozess 2030 folgend haben Maßnahmen, die der Aufwertung des öffentlichen Raumes geschuldet sind Priorität. Die Aufenthaltsqualität in der INNENSTADT soll nachhaltig verbessert werden.
Fördermöglichkeiten für private Grundstückseigentümer
Private Grundstückseigentümer, deren Grundstück in einem Sanierungsgebiet gelegen ist, können für Erneuerungsmaßnahmen an ihrem Gebäude Zuschüsse der Städtebauförderung erhalten.
Vom Verfahrensablauf her ist vor Beginn der Maßnahmen die Gesamtmaßnahme mit der Stadt abzustimmen und die Förderfähigkeit der geplanten Maßnahme zu prüfen. Danach wird im Rahmen einer Modernisierungsvereinbarung die Kostenerstattung festgelegt.
Grundsätze zur Förderung privater Modernisierung- und Instandsetzungsmassnahmen
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Sanierungsgebiet PAUSA-GELÄNDE II
Das Sanierungsgebiet PAUSA-GELÄNDE II wird so verkleinert, dass es nur die Flächen enthält, auf denen sich die noch bestehenden städtebauliche Missstände nicht ohne die städtebauliche Erneuerung beseitigen lassen. Hierbei handelt es sich vorrangig um die umfangreiche kostenintensive Sanierung der denkmalgeschützten Gebäude (Kesselhaus, Rest Werkstatttrakt, Verwaltungsgebäude mit Bogenhalle), die im Sanierungsgebiet verbleiben. Durch die Fokussierung auf diese Flächen und Maßnahmen soll eine zügige Umsetzung der Sanierungsmaßnahme bis Ende 2033 gewährleistet sein, auch vor dem Hintergrund der angespannten Finanzlage.
Das förmlich festgelegte Sanierungsgebiet PAUSA-GELÄNDE II ist im nachfolgenden Lageplan rot abgegrenzt und entsprechend dargestellt.
Lageplan Sanierungsgebiet PAUSA-GELÄNDE II
Sanierungsgebiet PAUSA-AREAL
Mit der Sanierung der Tonnenhalle (2008 - 2011), in der heute Stadtbücherei, Regionalverband, Veranstaltungsräume, Diakonie-Sozialstation, Büroräume des Vereins Vielfalt e.V. und ein Ausstellungsraum untergebracht sind, hat der Sanierungsprozess der denkmalgeschützten Anlagen begonnen.
Nach der erfolgten Sanierung der Tonnenhalle folgte eine lange Phase der Suche nach finanzierbaren, nachhaltigen und denkmalverträgliche Nutzungsmöglichkeiten für Verwaltungsgebäude, Werkstatttrakt und Kantine. Der Durchbruch gelang im Jahre 2016. Ein Café mit Regionalladen - betrieben von Menschen mit und ohne Behinderung - und ein Streuobstinformationszentrum mit Obstwerkstatt des Schwäbischen Streuobstparadieses e.V. sollte in der ehemaligen Werkskantine und Werkstatt entstehen.
Die Sanierung der ehemaligen Kantine ist abgeschlossen. Im Juli 2018 wurden Streuobstcafé und Informationszentrum unter großer Beteiligung der Bevölkerung eingeweiht. Die Abnahme der Baumaßnahme durch das Denkmalamt ist ebenfalls erfolgt und wurde sehr positiv bewertet.
Sowohl das Streuobstcafè „Cafè Pausa“ und das Streuobstinformationszentrum erfreuen sich seit Aufnahme des Betriebes großer Beliebtheit. Das Cafè samt der Vermarktung regionaler Produkte ist nicht mehr aus Mössingen wegzudenken und zieht als gastronomisches Highlight mit besonderem Ambiente Besucher aus nah und fern an. Auch das Informationszentrum wird rege in Anspruch genommen. Es bietet Bewohnern der Region, Schulklassen, Naherholungssuchenden und Touristen das Bewusstsein für unseren außergewöhnlichen Landschaftsraum zu schärfen. Es ist ein Ort voller Erlebnisse, Erkenntnis, Genuss und Begegnung entstanden, der Jung und Alt dazu einlädt, die schwäbischen Streuobstwiesen zu entdecken, zu begreifen, zu schmecken und wahrzunehmen.
Daneben erfolgte über mehrere Jahre hinweg die Neugestaltung des Löwensteinplatzes.
Eine Gesamtkonzeption zu erarbeiten für Verwaltungsgebäude, Bogenhalle, Kesselhaus und die umliegenden Flächen - ist die große Herausforderung der Stadt in den kommenden Jahren.
Besondere Würdigung gilt der Sanierung der Tonnenhalle:
Im Jahre 2015 wurde vom Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung die Evaluierung des Bund-Länder-Programms Stadtumbau West in Auftrag gegeben. Es folgte ein bundesweiter Evaluierungsprozess. Dabei erhielt die Sanierung der Tonnenhalle große Beachtung und wurde als Beispiel gelungener Sanierung eines Industriedenkmals von weitreichender kulturhistorischer Bedeutung in der Evaluierungsdokumentation aufgenommen.
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